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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
Entstehung
Seite
75
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Auf dem Gebiete des Trimsportverkcsirs hat die Dampfkraft nocheine viel raschere und umfangreichere Verwendung gefunden, wie diesbei der Ausdehnung unseres Eisenbahnnetzes nicht anders zu erwartenist. Hat sich ja die Länge schweizerischer Eisenbahnlinien von 24 kmim Jahr 1850 auf 3,904 km gesteigert. Entsprechend dieser Über-spannung unseres Landes mit einem zum Teil recht dichten Netz vonSchienensträngen wuchs die Zahl der Lokomotiven. Von 18471877hat sich dieselbe durchschnittlich per Jahr um 18,z und von da bis 1899um 27,7 vermehrt. Die Leistungsfähigkeit dieser 1,156 Lokomotiven be-trug 322,056 Pferdestärken. Dazu kommen noch die Pferdestärken unsererDampfschiffe, welche sich auf 27,815 belaufen. Die in den Transport-anlagen wirkenden Dampfkräfte belaufen sich somit einschließlich derjenigender Tramways auf 350,471 und übertreffen die Zahl der in der Stoff-umformung verwendeten um mehr als das Sechsfache. Schätzt maneine maschinelle Pferdekraft gleich 20 Menschenkräften, so kommt diemotorische Dampfkraft auf dem Gebiete des Transportes ungefähr derKraft von 7 Millionen Menschen und diejenige auf dem Gebiete derProduktion derjenigen von circa 1 Million Personen gleich. Bei Be-rücksichtigung der andern außer dem Dampf als Triebkraft aus demGebiete der Produktion benützten Elementarkräfte repräsentiren dieselbeneine Gesamtleistung, die ungefähr derjenigen von 4 Millionen Personengleichkommen dürfte.

e) Artkeitsmaschiiien.

Die größere Arbeitsersparnis tritt erst bei der Verwendung vonArbeitsmaschinen, die durch diese Pferdestärken getrieben werden, zu Tage.Ihr fällt der wichtigste Teil an dem ganzen Mechanismus der Maschinen-arbeit zu. Schon die einfachsten Arbeitsmaschinen verrichten die Arbeiteiner Mehrzahl von Personen, während bei den großen maschinellenEinrichtungen die Arbeitsleistung noch viel mehr potenzirt wird. Esläßt sich daher die Steigerung der Produktionskraft eines Volkes undihre hauptsächlichste Richtung an der Verbreitung der Arbeitsmaschinennoch richtiger beurteilen als an derjenigen der Motoren.

Leider kennen wir in der Schweiz weder die Zahl noch den Zu-wachs dieser Arbeitsmaschinen. Wir wissen zwar ganz genau, daß dieArbeitsmaschine nicht bloß in die Werkstätte des Handwerkers, sondernauch in den landwirtschaftlichen Betrieb eingezogen ist. Schon bei ganzoberflächlicher Beobachtung zeigt es sich, daß diese Verwendung vonArbeitsmaschinen, welche beim Handwerk sich sozusagen auf der ganzen