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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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Unterhalts und der bloßen Genußmittel stehen, nämlich Zucker, Fleisch,Wein, Bier, Sprit und Tabak. Über Entwicklung und Stand desKonsums dieser Artikel gibt beistehende Zusammenstellung Auskunft. Esbetrug der Konsum pro Kopf:

Zucker: Fleisch: Wein: Bier: Tabak: Branntwein:kz- LZ- I I icß- I

Mitte der achtziger Jahre 9, > 36 66 34 2

neunziger 40 70 63 2, >7 6

Ein Vergleich mit andern Ländern zeigt, daß die Schweiz vonallen kontinentalen Staaten den stärksten Zucker- und Fleischkonsumhat, daß sie in allen Getränken einen sehr starken Berbrauch ausweist,sowie daß ihre Konsnmzisfer des Tabaks eine der höchsten auf demKontinent ist.

Ferner darf noch darauf hingewiesen werden, daß die hochwertigenRohstoffe, Seide und Edelmetall in keinem Lande auch nur annäherndso stark vertreten sind wie in der Schweiz .

Gewiß sind diese Konsumziffern von mancherlei Faktoren abhängig.So darf z. B. beim Zucker nicht vergessen werden, daß der Verbrauchin der Schweiz durch die relativ niedere Besteuerung, die Gründungder großen Zucker verwendenden Exportindustrien und den starken Preis-rückgang wesentlich gesteigert wurde. Aber aus dem Umstand, daß derZnckerkonsum abgesehen von dem Zuckerbedarf genannter Industrien seitden fünfziger Jahren um mehr als das Fünffache angestiegen ist, sowiedaß er in keinem andern Lande auch nur um ein Drittel so stark ge-stiegen ist, wie in der Schweiz , muß doch auf eine wesentliche Steigerungder Lebenshaltung geschlossen werden.

Beim Fleischkonsum ist die Verbreitung der Viehhaltung und beimWeinkonsum die Allsdehnung des Weinbaues in den einzelnen Ländernetlvas zu berücksichtigen. Doch müßte dann hinsichtlich des Fleischkonsumsnoch eine Reihe anderer Länder über der Schweiz stehen und mit Bezugaus den Konsum an allen Getränken muß die Tatsache genügen, daßwir neben einem fast südlichen Weinkonsum einen Bierverbrauch stärkerselbst als in Österreich und eine gemeinsame Konsnmzisfer dieser beidenGetränke haben, die trotz dem starken deutschen Biergenuß noch höherist als der deutsche Getränkekonsum. Doch ist bei den meisten dieserKonsnmziffern die Unvollkommenheit der statistischen Erfassung und derEinfluß der sogenannten Fremdenindnstrie nicht außer acht zu lassen.

Ist auch ohne weiteres zuzugeben, daß diese Konsumziffern aufeinen verhältnismäßig hohen Stand der Lebenshaltung hinweisen, so ist