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Zwar verlangt auch heute noch die Uhrenindustrie keinerlei Schutzund verharrt die Seidenweberei aus ihrem alten Standpunkt, der vonjeher jeden Zollschutz ablehnte. Aber die Maschineuindnstrie verlangtbereits, daß ihr angesichts der Vorbereitungen des Auslandes zu neuengroßen Erschwerungen ihres Exports für alle Fälle das inländische Ab-satzgebiet etwas mehr gesichert werde. Ist sie auch ihrem vorwiegendenCharakter als Exportindustrie entsprechend den sreihändlerischen Tradi-tionen treu geblieben, so war sie doch einig im Fordern von Zoll-erhöhungen für fertige Waren und Maschinen. Die Forderungen derSpinnerei, Zwirnerei und Weberei schienen dein Bundesrat zu stark imWiderspruch zu stehen mit den Interessen der Färberei, Druckerei undStickerei, die als Exportindustrien einen Teil der nötigen Garne vomAusland beziehen müssen, weshalb keine neue durchgreifende Änderungder streitigen Garn- und Gewerbezölle vorgeschlagen wird.
Zur Illustration des Wechsels der Anschauungen und des Entgegen-kommens gegenüber schutzzöllnerischen Postulaten mag die folgende Zu-sammenstellung dienen:
Tarif von
Tarif von
Entwurf von
1884
1887
1902
für 100 kx:
für 100 kz-:
für 100
Fr.
Fr.
Fr-
Lederwaren aller Art ....
40
70
120
Grobe Schnhwaren aus Leder
35
50j
40—200
„ „ „ „
70
100s
Baumwollgewebe, gebleicht, gefärbt„ bedruckt . . .
^ 25
35
45—60
Wollgcwebc, bedruckt.
Kleidungsstücke:
40
70
4—120
aus Baumwolle und Leinen .
40
70
150-200
„ Wolle und Halbwolle . .
80
120
300
„ Halbseide und Seide . .
100
200
400-500
Hüte.
100
150 -200
200-300
Maschinen und mechanische Geräte
—
—
2—50
Fahrzeuge.
—
—
2-150
Unsere Schilderung der
Handelspolitik
wäre unvoll-
ständig ohne Erwähnung des zeitweise stärksten Momentes derselben,nämlich der finanziellen Lage des Bundes. Die Einnahmen zu mehrenund den Desiziten zu wehren, mußte die Schweiz zu Zollerhöhungensuccessive gedrängt werden. Schon Lei der durch Einführung eines ein-heitlichen Münzsystems nötig gewordenen Revision des Zollgesetzes wurdeganz bescheiden dem Umstand Rechnung getragen, daß der kräftig sichentwickelnde Bundesstaat schon etwas mehr Geld nötig hatte. Seither