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Zürchersee und seither an fast allen Seegestaden der Schweiz entdecktworden sind.
Wir sehen daraus, daß dieses Urvolk mit besonderer Vorliebe diefreundlichen Buchten und sonnigen Ufer unserer Seen zum Wohnsitz ge-wählt, ja diesen im Wasser selbst aufgeschlagen hat: die Hütten wurdenauf Pfählen errichtet, welche, mehr oder weniger vom festen Land ent-fernt, an seichten Stellen des Sees in den Schlamm eingerammt wurden.Man nennt daher dieses Volk das „Volk der Pfahlbauten". Man kenntStellen (z. B. Wangen am Bodensee ) wo Tausende solcher Pfähle theilweisenoch erhalten sind und beweisen, daß diese Niederlassungen zuweilen einesehr beträchtliche Ausdehnung hatten und förmliche Wasserdörfer bildeten.Auf die eingerammten Pfähle wurden nämlich Wagerechte Balken gelegt, dieseüber's Kreuz mit Rundhölzern (Prügeln) belegt, und die Zwischenräumezwischen diesen mit Reisig ausgefüllt und mit Lehm bedeckt, ähnlich wie dießnoch jetzt in Gebirgsgegenden so häufig bei Brücken und Stegen gemacht wird.
Auf diesen Böden, welche sich wahrscheinlich einige Fuß über demhöchsten Wasserstande befanden, wurden nun die Hütten errichtet. Diesehatten, wie es scheint, eine runde Form und ein kegelförmiges Dach,welches mit Stroh und Baumrinde bedeckt war, wie man dieß aus demhäufigen Vorkommen dieser Materialien im Schlamme geschlossen hat.Die Seitenwände waren aus Flechtwerk gebildet und außen und innenmit Lehm überkleidet. Wie viele solcher Wohnungen auf einem Holz-boden beisammen standen, ist nicht ermittelt. Wahrscheinlich waren siegruppenweise vertheilt und durch Brücken mit einander und mit dem
festen Lande verbunden! doch bedienten sich die Bewohner auch ausge-höhlter Baumstämme als Boote.
Ueber das Leben und Treiben dieses merkwürdigen Volkes sindkeinerlei schriftliche Nachrichten auf uns gekommen! aber die vielenUeberreste, namentlich die zahlreichen Gerätschaften, welche man in derUmgebung dieser Wohnungen aus dem Schlamm und Torfe hervorge-graben hat, geben uns von demselben mannigfache Kunde. Bei denältesten Niederlassungen (Moosseedorf und Wangen ) findet man noch keineSpur von Metallen! alle Geräthe sind aus Stein, Holz, Knochen,
Zähnen und Fischgräten gefertigt. Besonders häufig findet man die
scharf geschlissenen Steinbeile, welche zum großen Theil aus den bei unsvorkommenden Steinarten gefertigt sind, zum kleinern Theil aber ausFeuerstein und Serpentin bestehen und eingeführt sein müßen. Mitdiesen Steinbeilen haben die Ureinwohner die Bäume gefällt und die
Pfähle zugespitzt, mit kleinen Sägen, bei denen Feuersteine in Holz ein-gelegt waren, Knochen zersägt. Aus den Zacken der Hirschhörner wurdenDolche und Lanzenspitzen gefertigt, aus den Knochen die Messer, Meisel,Pfeilspitzen und Stichwaffen, aus den Zähnen des Bären und EbersPfriemen und feinere Messer.
Daß dieses Volk von der Jagd und Fischerei theilweise seineNahrung bezog, unterliegt keinem Zweifel. Die zahlreichen Fischreste,