Buch 
Des hl. Gallus Zelle an der Steinach im Jahre 614 / von Dr. Anton Henne
Entstehung
Seite
19
JPEG-Download
 

19

Hier erscholl ein wildes Lachen unter den Anwesenden/ aus denenMehrere den Manabrechtshofer mit Vorwürfen so in die Enge trieben,daß er von Leder zog und es zu ernsten Dingen gekommen wäre,hätten nicht der Sunadur und der Herinisower mit etlichen Aelterenmit Mühe die Jüngeren zurückgehalten. Es wurde endlich stille.

Was haben wir denn zu thun? riefen mehrere Stimmen.

Das darf, entgegnete der Sunadur, welcher im Augenblicke ab-gekühlt, bedächtiger und beobachtend geworden schien, nicht übereiltwerden. Ihr kennet den Stand der Dinge, könnet darüber schlafenund morgen in Arbon , wo Bedeutende aus den Bergen herab an-wesend sein wA>en, deren Ansicht wir wissen müßen, wollen wir dieSache näher besprechen. Ich hoffe hier erhob er die Stimmeplötzlich daß keiner der Edlen des Landes fähig sein wird, das-selbe zu verrathen. Auf Wiedersehen am See!

Hiemit reichten die Männer sich die Hände und traten zu ihrenunter den nahen Bäumen stampfenden Rossen. Bald vernahm mannur noch abziehende Huftritte. Der Platz am Heidenaltare wurdeeinsam und schweigend. Nach einigen Augenblicken sah man ausdem Gebüsche einen Reitenden, den von Manabrechtshofen, mit einembuckligen Diener langsamer abwärts ziehen. Zu diesem sprach er leise:Der Spielmann hat nicht Alles eröffnet, was er weiß; aber auchich nicht. Reite so schnell der Schwarze dich trägt, hinunter nach

Arbon und berichte dem-" Hier verhallte die Stimme am Jren-

bache und man vernahm nichts mehr. Aber ein Mann, der jetzt ausdem Dickicht trat, hatte Alles gehört. Es war der Sunadur. Aucher war zu Zweien und auch er sandte einen Jüngern, Walther vonBerg, ebenfalls nach Arbon mit geheimen Aufträgen. Dann stieger den Leimat hinan und wieder auf den Romonten.