Buch 
Des hl. Gallus Zelle an der Steinach im Jahre 614 / von Dr. Anton Henne
Entstehung
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1. Galt und der Sunadur.

Der Leser erhält hier eine Erzählung, ich weiß nicht, wie er sieaufnehmen wird. Einer dürfte dafür halten, ein Heiliger und zwarvon Galls Bedeutung, passe wohl in die Legende, nicht aber in sowas Weltliches, wie eine Novelle; Feinschmecker aber im Gebiete desRomans, Leute, welche die großen, hellerleuchteten, cigarrendampfendenCafss der Literatur besuchen und dort heimisch sind, wo das Geschäftschwuncp und schwindelhaft betrieben wirb, dürste ich kaum, ohnemich lächerlich zu machen, in meine schlichte Einsiedelei einladen, wodas Waldgrün den einzigen Vorhang bildet, wo die Bäume denSchatten streuen, Vogel und Quell die Musik liefern und die Sophasaus Waldholz gearbeitet sind, voll Rinde und Schnörkel. Jene habenauf ihren grünen und bunten Tischen, und zwar illustrirt und inBlau, Grün und Roth mit Gold alles was von Scott und Jamesbis auf Sue, Dumas, Gutzkow , Mügge und Freitag erschienen ist,und Auge und Magen an und in ihnen sind verwöhnt. Ich kannihnen nichts bieten als die Natur-Fototypen von blauem und wol-kigem Himmel, von säuselndem Blättergrün,des Sonnenschein grün-lich durchwobenes Gold", wie unser Salis in einem seiner lieblichenGedichte sagt, und was die vurrisr-L vlnrn an vorbeiwanderndenMenschen und Thieren wechselvoll darstellt.

Gleich die erste Szene ist kein London mit Wohnung an Woh-nung, zahllos wie Bienenwaben, die Straßen, Lüden und FensterNachts von Gaslampen stralend, Tags ein brausend Meer vonMenschen und Geschäften, Nachts eines von raffinirten Leidenschaften,Intriguen und Lastern; es ist ein dichter Wald von Tannen, Eichen,Buchen und silberglänzenden Birken und zwar großenteils noch Ur-wald, in welchem seit der Schöpfung noch selten die Axt erscholl,außer der des Köhlers, dessen Meiler unfeine raucht. Von der nahenAnhöhe gesehen bildet er Sommers ein wogend Meer von verschie-denen Farben. Drinnen tönt dann ein geschäftig Leben vom Spechte,

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