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Burgwächters Horn, öffnete der Thorwart und hörte man des Greiseseiligen Schritt die Treppe herauf. Die Herzoginn öffnete ujzd derAnblick der hohen, edeln Gestalt, des weißen Gewandes, des wallen-den Bartes und der mild leuchtenden Augen, die sie mit leichter Ver-neigung des Kopfes grüßten, erfüllte sie mit Vertrauen.
Gall schritt leise an das Lager der Jungfrau, die, so wie erdasselbe erreichte, ihr Auge aufschlug, und wie sie ihn erblickte, seineHand faßte und an ihre Lippen drückte. Gott segne dich, meineTochter, sagte er, indem er ihre Stirne mit dem Kreuze bezeichnete.Er nehme das Weh aus deinem Herzen, oder sollst du länger leiden,so helfe er dir tragen und leite deine Schritte zu dem Ziele, dem erdich in seiner unerforschlichen Weisheit zuführen will. Die dastehendeMutter traute ihren Sinnen kaum, als sie die Leidende, die bei jedemErwachen sonst getobt hatte, so ruhig zuhören und jetzt in heißeThränen ausbrechen sah. Wie Gall sich auf sie herab neigte undihr einige Worte in's Ohr flüsterte, schaute ihn Fridiburg wiefroh errathend an und richtete sich auf. Jetzt winkte sie ihre Mutterzu sich, umschlang sie innig und weinte sich an dem treuen Herzenaus. Gall hieß ihr Nahrung bringen, die sie mit sichtbarer Lust zusich nahm. Sie war gerettet, die Kunde flog, vom glücklichen Jenatiusverbreitet, wie der Blitz durchs Schloß, und das Gesinde erzählte undließ es sich nie mehr ausreden, wie im gleichen Nu, wo der MannGottes gebetet, der böse Geist in Gestalt eines großen Raben vomFenster des Zimmers den Heidenlöchern zugeflogen sei.
Fridiburg ließ ihren Vater holen, den sie zu seinem frohenErstaunen bat, Alles zu ihrer beförderlichsten Abreise bereit zu halten.Der Herzog überhäufte Galln mit Dankbezeugungen und entließ ihnmit reichen Geschenken, die dieser für sein Bethaus, seinen Bau undseine Armen annahm. Rührend war des Greises Abschied von derGenesenden und ihrer Mutter, die einen Heiligen in ihm erkannten.
Nicht am wenigsten fühlte, aber von Niemanden gesehn, als vomtreuen, alten Jenazio, ein junger Mann in des letztern Thurmgemache,als ihm der Alte, wie er ihn jeden Morgen von des Mädchens Leidenbenachrichtigt, so viel er zu melden für gut gefunden, das wunderbareEreigniß von heute mittheilte, und ihm wiederholt auf die Seele band,was sie ihm früher und jetzt noch einmal aufgetragen. Er verbargsein Antlitz in beide Hände und was er schluchzend sich und ihr ge-lobte, war ein Gebet, das in keinem Buche stand, aber aus der tiefstenSeele kam.
Vier Tage darauf sah man das herzogliche Boot reich geschmückt