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die es euch sehr Dank wissen wird. Dabei erlaubet ihr mir aber,einen Kunstgenossen herbei zu rufen, der diese Sage eben so pflegtwie ihr und gerade bei Hofe anwesend ist. Es muß ihn besondersinteressiren, diese von der gewöhnlichen so sehr abweichende Ansichtkennen zu leinen und begründen zu hören, was ihr, wie ich euchkenne, nicht ermangeln werdet. — Nachdem sich der Sunadur alsAntwort verneigt und, von einer der dienenden Frauen geholt, einblonder Jüngling mit einer Harfe eingetreten war und auf der FürstinnWink Platz genommen hatte, bat der Walser, der Gast möge vorerstkund geben, wie e r sich die Entstehung und den Gehalt der Niflungen-lieder denke, da jede Ansicht ihre Berechtigung haben müße; dieseinige, falls sie von der des edeln Kunstgenossen abweichen sollte,werde er dann nicht vorenthalten. — Ihr werdet, Meister Volker vonAlzeie, wendete sich die Königinn zum Jünglinge, dem edeln Sängeraus den Bergen und uns diesen Wunsch nicht versagen. Oeffnet euernMund denn!
Seit meiner Kindheit, hob der junge Mann bescheiden an, sindmir die genannten Lieder, als des teutschen Volkes schönstes Ver-mächtniß und Eigenthum, tief in die Seele gewachsen. Sie verherr-lichen die Völkerwanderung, das Hereinbrechen unserer Teutschen indas alte Römerreich mit dem Untergänge des letztern und des Heiden-thumes Beginnend mit dem ruhmvollen Zuge der Goten aus Norden,denen unsere hohe Königinn entstammt, nach dem warmen Süden,schildern sie, wie der Römerkaiser Valens in blutiger Schlacht fälltund Italien mit Rom den Teutschen wird. Das sind die Amalungen-lieder. Dann an den Rein zurückkehrend, zeigen sie uns die Franken eben so eingedrungen ins schöne Gallien , die Walsungenkönige inXanten und den jungen Franken am Strome heraufreitend, den nachdes Vaters Tode im Walde erzogenen Pflegesohn der Hirschkuh, denLehrling des weisen Zwerges, den Drachentödter und Hortgewinner,wie er am Drachensteine die Königstochter befreit, nach Wvrms führtund zur Gattinn erhält. Wir sehen das Muster aller Recken Günthernhelfen die Zauberjungfrau Farahild überwältigen. Wir kommen anden Hof des Hunnenköniges Attila und seiner Helcha, wo große Thatengeschehen und der Königssohn Wallia mit Hiltigunden an den Reinflieht und mit Hagano kämpft, den er einäugig macht. Die Gotenerscheinen ebenfalls vor dem Wormser Rosengarten Grimhilds, umdessen Todesblumen ihr Leben einsetzend. Wir sehen Witiges, denSohn des Schmiedes Wölund, die zwen Goten Ariulf und Dietlieb,Vater und Sohn, den untreuen Mord am hochherzigen Niflungenkönige,