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Wenn du sie zu Hofs lüdest, der Frühling naht heran,du hättest in meinem Leben mir Lieberes nichts gethan.
Mir liegt es auf der Seele, daß sie so ferne sind.
Ist sie wohl schön geblieben der edeln Ute Kind? —
Das freute den König Günther, als sie ihm das that kund:Ich kenne nicht liebre Gäste auf allem Erderund.
Kann ich dadurch erfreuen dein trüb Gemüt, o Frau,viel gern will ich sie laden herunter ins Wormsergau. —
Der König der Nibelungen vernahm die Märe bald,es reiten dreißig Boten zum Steine heraus vom Wald;die kamen aus Burgunden, wie man an der Fahne sah.
Wie freute sich der Sigfrid und seine Grimhild da!
Sie sprang von ihrem Sitze, ans Fenster hinzugehn,und sah den Markgraf Gero da in dem Hofe stehn,und seine dreißig Mannen, da weinete sie vor Lust,die süßen Kindertage die fülleten ihre Brust.
Man führte zur Herberg alle im reichen Drachenstein,da konnten tausend Mannen in gutem Gemache sein.
Sie aber traten vor Allem zum Könige höflich hin,der da saß in dem Saale bei seiner Königinn.
Der Wirt und seine Gattinn die stuhnden auf zuhand,um freundlich zu empfangen die aus Burgundenland.
Sie baten Günthers Mannen zum Sitze hin zu gehn;doch Gero sprach: erlaubet, daß wir zur Botschaft stehn,so müde wir sind vom Ritte, es hat uns schon erquickt,daß wir euch also gesunde in euerm Glanz erblickt. —
Nun thaten sie die Ladung von Günther und Brunhild kund,und all die freundlichen Grüße von manchem lieben Mund.
Ich höre sie täglich klagen, daß ihr so ferne seid,die Königinn vor Allen die denkt an euch mit Leid —
Der König entließ die Boten und sein Versprechen gab,sie ritten mit reichen Gaben vom Drachensteine ab,und kamen zu Aller Freude zu Worms am Reine an.
Ohei da ward ein Fragen ohn' Ende an sie gethan.
Es staunte über die Gaben manch Ritter und manche Meid,viel rotes Gold und Steine und manches ziere Kleid.
Er hat wohl leicht zu geben, sprach Hagen , denn fürwahr,sein Schatz der nimmt kein Ende und schenkt er tausend Jahr!Den Hort der Nibelungen hat Sigfrid in der Hand.
Ei wenn der einmal käme in unser Burgundenland! —