149
burgund, entgegnete der Räter . — Die Königinn lächelte. Wasdiesen anbelangt, der hat zu Allem eher Anlage als zum Verschwörer,und außerdem ein persönliches Interesse sogar, daß wir siegen. Chlo-thars junge Gattinn, die Königinn Berchtatrude, war ihm einst ver-lobt, und da er von unserm Hause, dem westgotischen Königsstamme,ist, hofft er noch immer eine Krone, womit ich ihn oft aufziehe, unddie ihm mein königlicher Vetter Chlothachar weder gestatten kann nochwird. — Dem sei wie ihm wolle, hohe Königinn, sagte der Suna-dur, so erfordert die Sicherheit der Krone, daß hier Maßregeln er-griffen werden, welche Schlimmeres vielleicht noch hindern können. —Und die wären? doch nicht die Verhaftung hier, einen Tag vor demAufbruche? — Gerade diese wollte ich mir erlauben anzurathen. —Damit ihr es wisset, meine Getreuen, Warnachar war bereits hier,und eben vor euch. — Darf ich fragen, wie er sich rechtfertigte? —Gerade er gab die erste Nachricht vom Treiben Pipins von Landenund Arnulfs. Der letztere, Frömmler wie er ist,*) giebt vor, ich seinoch halb Arianerinn, Ketzerinn. Er stützt sich auf eine Weissagung,daß seine Nachkommen**) einst die gesammte fränkische Monarchie demletzten Merowinger abnehmen werden. Diese haben durch Emissärein Ostfranken jenen Tumult wider mich angeregt und auch die Ver-sammlung in Mainz verlangt, welche der Hausmaier in meinem In-teresse gestatten zu sollen glaubte, indem er dazu gerade von meinengetreuesten Anhängern einladen ließ. — Und das erfahret ihr erstjetzt? bisher verhehlte er es euch? — Der Hausmaier mag, nachUebung, in dringenden Augenblicken, Konferenzen halten, ohne zuvorden König zu begrüßen, und Prinz Sigibert war dabei. Er beschwormich, ihm mein Zutrauen, seinen einzigen Stolz, nicht zu entziehen,und sagte, als ich ihm andeutete, es sei dies in etwas erschüttertworden durch sein Zögern, — wenn ich ihm dies nicht mehr schenke, sonehme ich dem Hunde das Gebiß, mich zu vertheidigen. Geht ruhigund getrost zu den heutigen Waffenspielen, und zwar in GrimhildsRosengarten, Meister. Ich will meine Augen offen behalten undbitte euch dasselbe zu thun. — Hiemit entließ sie die Zwen, fandaber Gelegenheit, dem Räter zu verstehen zu geben, Alboin, so treusonst, sei hierin deßhalb nicht völlig unbefangen, weil er sich denke,falls Warnachar stürzen sollte, könnte das Maieramt auf Niemanden