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Des hl. Gallus Zelle an der Steinach im Jahre 614 / von Dr. Anton Henne
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zweitjüngste Knabe, mit des Vaters Namen Theoderiks, Sjährig,nicht von des Räters Knien, welcher ihm die zum Spiele Tretendennach Rüstung, Zeichen, Namen und Land nennen mußte. Eine Bot-schaft, welche Warna char gegen das Ende der Spiele erhielt undein unmerkliches Augenwmken darauf zwischen ihm und dem Oomssstabnii, namentlich aber eine Nachricht, welche Wilibald vonSteinach ihm zuflüstern konnte, machten den Verdacht bei ihm fastzur Gewißheit. Die Truppen begaben sich in ihre Lager, wo siereichlich bewirthet wurden und sich noch etliche Stunden der Freudeüberließen. Es fehlte nicht an Scherzen, an nationalen Anspielungenund Spitznamen, von den Anführern überwacht und im Zaume ge-halten. Da sangen Provenyalen bald heftigfröhliche Liebes-, Trink-'und Spottlieder, bald wehmütige, dann Hochburgunden, dazwischenzaurend, ihrer Heimat ooruulns, denen alsbald südfränkische romanischevs,HN6)-rL8 (Kuhreigen) verwandt antworteten, bis Ermüdung und dieErinnerung an den morgigen Aufbruch allmälig Stille schufen.

Wie die Preise von schönen Händen ausgetheilt waren, Wili-bald wie Waltb er erhielten solche, hatte sich der Räter Befehls-haber, sobald er seinen Unteranführern mehrere Verhaltungsbefehleertheilt, in die Pfalz zur Königinn begeben, wo er mit neuenGründen auf Verhaftnahme des mächtigen Beamteten beharrte. DieKöniginn blieb nicht nur unbelehrt, sondern meldete, Warnachar habeihr etwelchen Verdacht gegen Herpon beibringen wollen, was sonnen-klar beweise, daß zwischen diesen Beiden kein Einverständniß denkbarsei, eher Eifersucht. Nicht eher, wendete der Räter ein, eben einKniff, Eifersucht zum Scheine, um die gemeinsame Rolle zu maskiren,Königinn? Jetzt tadelte Brunehild halbernst sein zu weit gehendesMißtrauen, war aber sogleich wieder äußerst herzlich und schüttetesowohl ihre Besorgnisse vor ihm aus, als sie ihn auf ihr vergangenesstürmereiches Leben und in ihr seltenes Gemüt Blicke thun ließ, wievielleicht noch nie Jemanden. Ich war noch beinahe Kind, sagte sie,als ich aus dem schönen, milden Hispanien in das wilde Frankenlandkam. Der junge, blonde Sigibert hatte schon bei seiner Anwesenheitan meines Vaters Hofe mein Herz gewonnen. Er war meine erste,einzige und letzte Liebe, und ich konnte es ihm nicht abschlagen, meinarianisches Ketzerthum mit seinem Katholizismus zu vertauschen undseine Dreieinigkeit in meine Gebete aufzunehmen. Aber wie ich seinefür die Zeit allzugroße Milde bemerkte und andrerseits der Großenimmer wachsende Anmaßung, des jüngern, neustrischen Hauses undder Fredegunde Neid und Gewissenlosigkeit, beschloß ich, ohne meinen