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Des hl. Gallus Zelle an der Steinach im Jahre 614 / von Dr. Anton Henne
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Auswanderung und die Ansiedelung in einer, Vielen aus ihnenbereits bekannten, Gegend, wo sie, von Teutschen fern, unter Romanenwürden leben können. Die Walser waren nun unermüdet undauf allen Wegen, um Boden, Haus und Hof und was sie nichtmitnehmen wollten, an Liebhaber zu verkaufen, anderes zu tauschen,wobei sie ihren praktischen Verstand und aufgeweckten Sinn, wieimmer, an den Tag legten. Sie wußten was an Gerathen in dieBergwirthschaft und zum Waldausroden paßte, kauften und ver-tauschten, und gaben sich besonders Mühe, auf beiden Wegen einenschönen und ihnen zusagenden, Nutzen versprechenden Viehstand anzu-schaffen. Ohne Ausnahme gieng ihr Augenmerk in letzterer Hinsichtdahin, bei ihrer Lieblingsrasse zu verbleiben, die theils in der Farbeihnen verwandt war, theils nach ihrem Dafürhalten dauerhafter undan der Milch ergiebiger war. Es war dies, und ist es noch inallen Mischen oder Gebirgsgegenden so zu sagen ausschließlich, dassogenannte Braunvieh, kleinern Wuchses, wie der Urbewohner selbst,und wie dieser die Stammraffe aller Ksltengegenden, wie auf denMärkten Italiens , aus derselben Sympathie, immer vorgezogen, inden Resten der sog. Pfalbautsn- und Torfepoche als die Torfkuhleicht erkennbar, während in jener Epoche keine Spur von demspäter eingewanderten, teutschen schwarz und weiß oder rot und weißgefleckten oder ganz roten, weißen und grauen größern Vieh dernördlichen und westlichen Schweiz (am reinsten noch im Simmethal-,Sauen- und Friburger Schlage) aufzufinden ist. Solches, wie Ziegen,Schafe und Schweine, schaffte sich jetzt Jeder in größerer Zahl an,und es bildeten sich, namentlich Abends, Zirkel bei Solchen, welchewegen Holz oder um die Viehweiden zu benützen, sich an der Siterenund Urnäschen oben kürzer oder länger aufgehalten hatten, und wolebhaft besprochen wurde, wie man sich oben in Bau und Wirth-schaft am vortheilhaftestsn einrichten und Bergheu, Milch, Zieger undKäse, Steine, Holz, ja Laub, Harz und Rinde am besten zu Nutzenziehen könne. Dabei wurde der bei der Zelle an der St ein achsich bildende, allmälig bedeutsame Markt und der Walser gutes Ver-nehmen mit Gall und den Seinen gehörig in Betracht gezogen.

Während dieses vor sich gieng und bereits Züge von Saum-rossen und Reihen jenes Viehes und Schmalviehes, die Familien imFestgewande auf Wagen mit Ochsen bespannt, die Treiber mit denletzten Blumensträußen ihrer Gärten, ja Melkstühle und Vieh verziert,die Hunde theils von den Wägen in die ihnen neue Welt schauend,theils neben und um sie laufend und bellend, die Wege nach He-