29. Rückblick.
Der Sitte zulieb werfe ich, wie wenn man eine Gegend, dieman mit einander durchwandert und liebgewonnen, später wiederbesucht und seine Erinnerungen sammelt, noch einige Blicke auf dieso eben verlassene, aber mehrere Jahre später.
Auf dem Burghügel ob Briganz war alljährlich ein frohesFest, feiernd die Anwesenheit des Präses, des herzoglichen Paaresund geladener Freunde, und die Erinnerung.
Auf Ma n a b r e chts h o fe n , wo wir bisher nur Weh sahen,ist jetzt fröhliches, heiteres Leben. Hildegard und Walther liebensich treu, und vor ihnen spielen im Sonnenscheine drei kleine Wesen:der etwas braunere Findling Walther, dann noch ein Walther, seinesVaters, und eine erst anderhalbjährige Hildegard, ganz ihrer MutterEbenbild. Der freundliche Alte, der sich in ihre Spiele mischt, istder gewesene Waffenschmied Jsrontius, der nach des GroßvatersTode den Hohenbüel einem jungen Vetter, seinem Lehrlinge, über-lassen und, in die Nähe seines Kindes ziehend, ein schönes Hausgebaut, welches den Ursprung von Freidorf gab, wo er mit seinesBruders Kindern, ihr zweiter Vater, lebt, aber oft die Burg undseine Enkel besucht. Die alte Gaia ist noch immer Verwalterinnim Schlosse, und Richild eins vertraute, rüstige Magt. Nichtstrübt das Glück hier als augenblicklich zuweilen das Erscheineneines wahnsinnigen bucklichten Bettlers, welcher, vor das Thor kom-mend, wenn Gaia ihm zu essen bringt, dies gierig hinunterschlingtund dann jedesmal behauptet, der Burgherr zu sein, und die Altewütend anfährt, weil sie das Horn beiseits gethan habe. Er fügtesich eben so wenig in eine feste Versorgung, die Walter ihm zuge-dacht, als es Galln gelungen ist auf ihn zu wirken oder seinenbösen Geist zu bannen. Sonderbar ist, daß Walthers Hund, seinfrüherer Gegner, ihn nie mehr anfeindet, sondern, so oft er ihmaufstößt, ruhig weiter geht. Eine große Freude ist letztes Jahr