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Streifzüge im Thurgau : Vortrag gehalten in der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich am 22. Februar 1896 / von J. R. Rahn
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nicht zum romantischen Fühlen und zum Nachlebenin den Einnerunge» gestimmt, mit denen Geschichteund Sage diese Stellen umrankte».

/ Im Thurgau hat es damals anders als heutzutageausgesehen. Wir machen uns reisefertig und durchwan-dern im Geiste, nach alten Dingen suchend, das Land.

Am Fusse der Landsbcrg haben die Cistercienserinnenvon Tänikon als vornehmsten Schatz den Schmuckihres Krcuzganges mit den herrlichen Glasgemäldenbewahrt und wer Einlaß in die Klausur bekam, hatauch baulich Merkwürdiges in dem traulichen Klostergefunden. Wir biegen aus der Straße, die über Bichel-sec nach Dnßnang führt, in den südlichsten Teil des Thur-gaus ein, der im Volksmunde den Namen des Tannzapfen-landes sührt. Mancher Burgstock, der jetzt zerfallen ist.mag zn Ansang des Jahrhunderts Wald und Busch über-ragt haben. Der Turm von Tannegg hat noch t830 mitDach und Fach bestanden; dann ist er auf Geheiß derHerren von Fischinge» gefallen. Prächtig haben dieBenediktiner ihr Stift in den Waldsricdcn hincingebaut,aber wenig Mittelalterliches ist verblieben: zwei Kapellenund andere Teile des Westslügcls. In der Kirche stehtdas spätgotische Kcnotaphium der heiligen Jda. Allesübrige stammt aus der Zeit, wo die letzte Gnndcn-sonnc unsere Stifter bestrahlte, und das Ganze muß,so lange die alte Herrlichkeit bestand, ein köstlichesBild von reichem Behage» und klösterlicher Würde dar-geboten haben.

Wer die letzten Tage Rheinaus mit erlebte undauch sonst sich geistlicher Geselligkeit und Gastfreund-schaft erfreute, mag leicht entnehmen, anf welchenWegen am besten zn wandern war. In Bettwiesen konnte,wer von Fischingen kam, aus guten Empfang beimStatthalter dieses Stifts zählen, und wieder warEinlaß und antiquarische Augenweide in den FischingerSchlößchen Lommis und Spiegelberg zu finden.

Jenseits des Jmmenbcrges reihte sich eine geistliche