Kommando des Kantonalpolizeikorps Zürich
an
Tit. Statthalteramt des Bezirks Frauenfeld !
Das Resultat der Nachforschungen, welche bezüglich Ihres Ge-suches vom 9. Mai in Sachen Würmli veranstaltet wurden, ist bisdahin ein sehr unzulängliches geblieben, da nach Ihrem Auftragedie betreffenden Personen von den Nachfragen keine Kenntnis er-halten sollten.
1. Frau Würmli ist seit vierzehn Tagen nie mehr bei KonditorHofmann-Martin erschienen und deren gegenwärtiger Aufenthalt seiunbekannt. Durch den Ehemann ließe sich derselbe wohl ausmitteln;allein ich wollte, da ich die Aktenlage nicht kenne, nicht in dieserWeise vorgehen, ohne speziellen Auftrag zu erhalten.
2. Zeichner Wassermann, welcher zur „Traube" Wiedikon wohnt,ist letzten Sonntag den 6. d., zirka 8 Uhr, nach Hause gekommenund hat sich nicht mehr entfernt. Da nun der Bahnzug von Aadorf her in Zürich um 8 Uhr 18 Minuten anlangt und vom Bahnhofbis Wiedikon die Distanz jedenfalls '/s Stunde beträgt, kann kaumangenommen werden, Wassermann sei um 6 Uhr 47 Minuten inAadorf eingestiegen. Ich gewärtige bezüglich Frau Würmli allfälligeweitere Aufträge w.
Frauenfeld , den 12. Mai 1883.
Der Statthalter des Bezirks Frauenfeld an das
Tit. Kommando des Polizeikorps Zürich !
Tit.! Ihre Bemühungen in Sachen des Brandes in Fried-thal höflich verdankend, ersuche Sie noch, den gegenwärtigen Auf-enthalt der Frau Barbara Würmli ermitteln zu lassen. Der Verdachtauf Konrad Würmli und G. Wassermann fällt ganz dahin.
Zu Gegendiensten stets bereit, zeichne
hochachtungsvoll
(siA.) A. Meili.