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Abschriftliche und chronologische Zusammenstellung aller Akten des amtlichen Untersuchs zur Ermittelung der Ursache des Brandes in Friedthal vom Sonntag Abend den 6. Mai 1883, sowie : Meine Erlebnisse im Friedthal von 1882 bis 1885 und ; Widerlegung der Verdächtigungen an Hand der Akten / von Jacob Roth
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Nun will mir scheinen, daß einige derartige Verbindlich-keiten durchaus nichts Auffallendes an sich haben konnten imHinblick auf einen Geschäftsbetrieb wie der meinige war, derfast gleichzeitig die Erstellung einer Scheune und diverse andereBaulichkeiten, den Bau einer neuen Straße, Lnndankäufe, sonnedie Anschaffung eines ganzen Inventars erforderte und einenAbsatz von fertigen Waren im ersten Jahre schon von 79,000Franken auswies. Daß mir Herr Litschgi so bereitwillig Geldlieh, war auch nicht ein Zeichen mangelnden Kredites, und imNotfalle wäre ich auch um andere nähcrliegende Geldquellennicht verlegen gewesen.

Ich habe nun meine ökonomischen Verhältnisse zur Zeitdes Brandes im Fricdthal jedermann klar vor Augen gelegt,um mich gegenüber den Angriffen zu rechtfertigen und die Ver-dächtigungen in ihr Nichts zurückzuweisen, und ich habe dieUeberzeugung, daß diese längere Auseinandersetzung notwendiggewesen ist. Ich brauche mich dieser Angaben auch nicht zuschämen, weil man daraus ersehen kaun, in welcher Blütevor dem Brande mein Geschäft gewesen ist.

Dagegen möchte ich mir die bescheidene Frage erlauben,ob vielleicht alle übrigen, auch der Herr Statthalter, so geneigtwären, öffentlich vollständigen Aufschluß über ihre finanziellenVerhältnisse zu geben, wie ich es hier gethan habe? Nachdemich selbst so offen gewesen bin, wird man mir ein wenig Ncu-gierdc schwerlich verübeln können.

0.Sonntag den 6. Mai, früh, heißt es weiter im Bericht(Act. 20), nahm Roth sein Fuhrwerk (Chaise) und fuhr mitseinen zwei Knaben nach Gabris, Dobel rc., und auch derHofhund, der einzige Wächter am Sonntag in dein einsän: ge-legenen Friedthal, mußte ebenfalls mitkommen.

Auffallenderweise kam Roth an dem kühlen Abend erstso spät nach Wängi, hielt dort an und fuhr erst weiter, als erim Westen die Feucrröte bemerkte. Bei Hause angelangt, soller sich nach verschiedenem erkundigt haben, aber erst zuletzt nachseiner Frau und Mutter. Er und die beiden letzter» begegnetenmir in der Brandnacht zirka 10st Uhr auf dem Wege nachHutzcnweil-Häuslencn, und ich muß sagen, ihr Benehmen schienmir nicht natürlich, sondern befangen und auffallend; man