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überaus Wichtiges zu betrachten. In unserer realistischen Zeitaber, da die Naturwissenschaft sich forschend und erkennend überalles Dasein zu verbreiten strebt, wird die geheimnißvolle Ver-ehrung der Milch in eine naturwissenschaftliche Betrachtung undSchätzung derselben übergehen dürfen.
Die Beobachtung des Volkslebens, mit dem ich in täglicherBerührung stehe, hat mich zu der Ueberzeugung geführt, daßdie besten, gesundesten und naturgemäßesten Nährungsstoffc,welche unsere kräftig aufblühende Landwirthschaft erzeugt, somassenhaft zum Verkaufe gebracht und in's Ausland geführtwerden, daß dadurch die Ernährung des eigenen Volkes undseine gesunde Kraft zu Schaden kommen muß, wenn nicht zurrechten Zeit die Augen der Einsicht, des Gewissens und derelterlichen Liebe geöffnet und Gegenmaßregeln getroffen werden.Wo die Milchproduktion am blühendsten steht und zum Wohl-stände der landwirthschaftlichen Bevölkerung am kräftigsten mit-wirkt, da ist eine solche Kargheit im Verbrauche der Milch alsNahrungsmittel eingetreten und wird selbst den Kindern gegen-über in einer Weise geübt, wie sie von der Naturwisscnschaftund Medizin des entschiedensten vcrurtheilt werden muß.
Diese Thatsachen gaben die Veranlaßung zu einer genauernUntersuchung über den Umfang der Milchproduktion im Thurgauund ihre Verwerthung. Ich Hütte gerne die Arbeit einem andernBtann übertragen, der namentlich über größere technische Kennt-nisse in dieser Sache verfügte, allein da sich niemand dazu bereitfinden ließ, so mußte ich sie, wohl oder übel gethan, selbst anHand nehmen. Doch habe ich rühmend anzuerkennen, daß ichnach Aussendung eines Zirkulars von vielen gemeinnützigenMännern durch Beiträge wirksam unterstützt und ermuntertworden bin, und habe hiefür mit besonderem Danke zu erwähnendie Herren Dr. Sonderegger in St. Gallen, Direktor Schatz-mann in Lausanne, Sekundarlehrer Schär in Bischofszell undVerwalter Blichi auf Kalchrain.