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die von der Hand der fleißigen Frauen und Töchter bis zumWebstuhl und nicht selten bis zur Scheere des Schneiders zu-bereitet wurden. Auch das Oel für die Lampe und den übrigenBedarf wurde größtenteils selbst gepflanzt und gekeltert.
Diese Produktionsweise hatte die offenbaren Vortheile einermanigfachen Thätigkeit, welche auch den Winter ausfüllte undalle Hände beschäftigte, sowie einer im Ganzen naturgemäßenErnährung. Allein sie ließ nur einen sehr langsamen Fortschrittdes Wohlstandes zu, und da die Bevölkerung des Landes sichfortwährend mehrte, schien es, besonders in mageren Jahren,als müßte sie immer mehr der Verarmung zugehen. Die In-dustrie bot dann freilich den besitzlosen Klassen neue und reichereVerdienstquellen dar, aber die Landwirthschaft hatte davon nurkleinen Gewinn, da ihr die Arbeitskräfte durch den Abgangvieler Hände vertheuert wurden. Erst mit der Ausbreitung dereisernen Schienenwege kam für die ackerbautreibende Bevölkerungeine bessere Zeit herbei: Die Werthe ihrer Produkte stiegen ausdas Doppelte und Dreifache und behaupteten auch in den reichstenJahren eine gewisse Höhe, weil der Ueberfluß leicht und raschnach weiteren Märkten abgeführt werden konnte. Die großenTheuerungen verschwanden, weil die Länder ihre Produkte mitLeichtigkeit auszutauschen vermochten.
Da kam nun auch im Anfange der sechsziger Jahre dieMilchwirthschaft bei uns in Gebrauch. Sie hängt in ihrerAusbreitung mit dem Eisenbahnverkehr zusammen; denn erst alsder Bauer die Ueberzeugung gewonnen hatte, es sei nun nichtmehr nöthig, alle Bedürfnisse seines Hauses und Landes selbstzu pflanzen, konnte er es wagen, seine Produktionsthätigkeit aufein Hauptgebiet zu beschränken und verschiedene Kulturen wesent-lich zu reduziren oder gänzlich aufzugeben. Bis dahin hatteman es in der Weise der Väter als ein Vorrecht der Alpen-bewohner betrachtet, Käse zu produziren und auf den Marktder Städte oder in's Ausland zu bringen; auch wurde es