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der Milch wird zwölf Stunden aufgestellt und abgerahmt. Diehieraus sich ergebende Qualität ist, einige Pfuschereien abgerechnet,eine durchgehend gute und besser als das Wintersabrikat vonBern. Der Preis derselben hängt hauptsächlich von Frankreichund Italien ab, wo sie als Gruysre (Greierzer Käse) verkauftwerden. Ein Theil dieses Produkts geht auch nach Deutsch-land, namentlich nach dem zollfreien Hamburg, wo es theilsals Exportkäse, theils für den inländischen Gebrauch verwendetund dem bayerischen gleichgerechnet wird. Die sogenannten fetten„Winter-Emmenthaler" sind nie ganz fett und verdienen daherden Namen Emmenthaler nicht. Immerhin ist auch diese Pro-duktion von ziemlichem Umfange, und das daherige Fabrikatgeht als Sekunda zu guten Preisen*).
Die Magerkäserei, wobei die Butterfabrikation eine sehr be-trächtliche ist, wird gegenwärtig in Wigoltingen, Fischbach, Lieben-fels und Leimbach betrieben. Das Produkt, der Limburger-vder Backsteinkäse, wandert überall dahin, wo er sich zu Bierund Schwarzbrot gesellen kann, mit denen er eine heilige Allianzzur Stillung des Magenfriedens geschlossen hat.
2) Wie viel Käse wird auf das Stück der eingeschriebenenKühe jährlich produzirt, wenn sämmtliche Milch in die Käsereigeliefert wird? Man rechnet durchschnittlich per Kuh und perTag 1 Pfund Käse, also 3—4 Zentner im Jahre.
12 Pfund Milch - 1 Pfund Käse.
3) Wie groß ist der durchschnittliche Ertrag von einer Kuhbei guter Fütterung?
Nach jahrelangen Aufzeichnungen in der Anstalt Kalchrain
*) Die Thnrganer Käse finden ihren Weg in alle Welt, doch nichtunter ihrem eigenen Namen, sondern unter den bekannten Titeln: „Emmcn-thaler" und „Greierzer" (Oru^dre). Deutschland, Italien und Frankreichsind die Hauptabsatzgebiet«; dann wird aber auch nach Oesterreich, Ruß-land, Griechenland, Kleinasien, Egypten, England, Nordamerika, Indien,Australien sehr viel versandt.