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sittlichen und idealen, in innigem Zusammenhange stehen. Wirmüssen dabei ausgehen von dem wissenschaftlich vollkommenfeststehenden Satze: daß die Milch für das frühereKindesalter geradezu ein Lebensbedürsniß und auchfür das reifere Alter noch eines der naturgemäßstenund wohlthätigsten Nahrungsmittel ist, welchesdurch kein anderes völlig und ohne Schaden ersetztwerden kann. Einer Anzahl Familien mit ihren Kinderndie Milch zu entziehen, wäre eben so inhuman, als einer be-lagerten Stadt das Quellwasser abzuschneiden, welche Maßregelschon das gebildete Alterthum als eine höchst verwerfliche, jagottlose erkannt hat.
Wir könnten die Zeugnisse wissenschaftlicher Autoritäten fürobigen Satz geradezu häufen, begnügen uns jedoch, die Aeuße-rungen zweier Männer anzuführen, welche als hochgebildeteAerzte und Menschenfreunde dem schweizerischen und deutschenVolke bekannt sind. Dr. Sonderegger sagt in seinem aus-gezeichneten Buche, Vorposten der Gesundheitspflege: „Das Idealaller Nahrungsmittel ist die Milch." Und IU. Hermann Klenkein seinem Hauslexikon: „Die Milch ist ein unentbehrlichesNahrungsmittel und kann bei Kindern, schwächlichen Leuten undzahlreichen chronischen Kranken durch kein anderes ersetzt werden."
Abgesehen von der Wohlfahrt des einzelnen Kindes, dessenLebensglück sehr wesentlich von einer naturgemäßen Ernährungin seiner frühen Jugend abhängt, kommt hier die nationaleWohlfahrt in Betracht. Es ist vergeblich, durch Verbesserungund Erweiterung der Volksschule, durch Fabrikgesetze und Militär-organisationen die Tüchtigkeit des Volkes erhöhen zu wollen,wenn man ihm nicht die Grundbedingungen des natürlichenGedeihens von seiner Kindheit auf zukommen läßt, beziehungs-weise dafür sorgt, daß sie ihm zu Theil werden können. AlleBildung, die körperliche im Turnunterricht und in den militä-rischen Uebungen, wie die geistige in den wissenschaftlichen