Buch 
Die Milchproduktion im Thurgau in ihrem Verhältniss zur Ernährung des Volkes : : Referat an die Thurgauische gemeinnützige Gesellschaft / / von Jakob Christinger, d. Z. Präsident derselben
Entstehung
Seite
18
JPEG-Download
 

18

so gut ausgearbeitete und tiefgehende Sachkenntniß verfügt, wiesie auf diesem Gebiete kaum ein Zweiter besitzen dürfte. DasUrtheil des Arztes aber und des naturwissenschaftlich gelehrtenVolksfreundes lautet noch strenger. Es weist hin auf die Ziffernder Kindersterblichkeit und auf die hohen Prozente der Dienst-untauglichen an allen Orten, wo es an reichlicher Milchnahrungfür das junge Geschlecht fehlt; auf die Entartung der Volks-ernährung überhaupt, welche von den milden und kräftigenNahrungsstoffen abgekommen ist und sich mehr und mehr dennur scheinbar nährenden Reiz- und Genußmitteln zuwendet.(Man vergleiche den nachfolgenden Brief von Dr. Sonder-egger an den Verfasser.) Und dieses Urtheil deutet warnend.aufdie Folgen hin, welche nicht bloß für einzelne Familien, Klassen,Landesgegenden, sondern für das gesummte Volk, das in seinenHauptinteressen immer solidarisch verbunden ist, daraus erwachsenmüssen.

Wir kommen zum Schlüsse, Tit., und erlauben uns, gestütztauf die angeführten Thatsachen und weiteren Ausführungen,nachfolgende Schlußsätze zu ziehen, deren Anerkennung und em-pfehlende Verbreitung wir Ihnen vorschlagen möchten:u. Es ist durch Belehrung in Wort und Schrift darauf hin-zuwirken, daß das Verständniß für eine gesunde und kräftigeVolksernährung sich mehre und die volkswirthschaftlichenBedingungen derselben thunlichst erfüllt, beziehungsweiseihre Hindernisse beseitigt werden.

In Die Provisionen, welche beim Ausschank der Milch in denKäsereien zu Lasten des milchbcdürftigen Publikums bezogenwerden, sollen durch die Produktivgesellschaften regulirt seinund 20 °/o nirgends überschreiten,o. Die Käsereien sollen sich überall verpflichten, allen Familieninnerhalb ihres Produktionsgebietes den zur menschlichenNahrung benöthigten Milchbedarf gegen Baarzahlung zuverabreichen.