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Die Milchproduktion im Thurgau in ihrem Verhältniss zur Ernährung des Volkes : : Referat an die Thurgauische gemeinnützige Gesellschaft / / von Jakob Christinger, d. Z. Präsident derselben
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bereiten. Im Wettern würde es zweckmäßig sein, in größerenOrtschaften Lebensmittelvereinc zn gründen, welche sich die Auf-gabe stellten, gesunde und unverfälschte Nahrungsmittel zumäßigen Preisen für einen größer» Kreis von Familien zu b e-schaffen. Die Lieferung von zum Theil abgerahmter Milch in dieStädte und andere Mißbräuche könnten damit abgestellt werden.

Professor Michel von Neukirch erklärt, daß er die besteWirkung in Bezug aus die Volksernährung nicht von staatlichenMaßregeln, sondern von populär-wissenschaftlicher Belehrungerwarte, welchen Weg auch der Referent betreten habe; stelltdaher den Antrag, das Referat auf Kosten der Gesellschaft demDrucke zu übergeben und demselben eine möglichst ausreichendeVerbreitung im thurgauischen Volke zu verschaffen.

Regierungsrath Haffter von Frauenfeld stimmt diesem An-trage bei und betont gleichzeitig, daß van Staatshülfe für denin Rede stehenden Zweck nichts zu erwarten sei. Es könnenüberhaupt die Lebensmittelpreise nicht durch den Staat regulirtwerden, wenn man sich nicht in unabsehbare Konsequenzen ver-lieren will. Ohne Abänderung des privatrechtlichen Gesetzbuchesläßt sich auf dem Wege der Gesetzgebung oder Administrationhier nicht vorgehen und zu.eingreifenden Gesetzesünderungen istjetzt erfahrungsgemäß nicht die Zeit. Belehrung und Selbsthülfesollten indeß zur Erreichung des Zweckes vollständig genügen.

Dr. Fehr stellt den Antrag, der vorliegenden Arbeit desReferenten, wenn sie zur Publikation gelange, auch den Briefvon Dr. Sonderegger und einen Entwurf von lll^rmalstatutenfür Käsereien beizugeben.

Pfarrer Thurnheer von Scherzingen beantragt, das Referatin derThurgauer Zeitung", in dem Vereinsheft und inSeparatabdrücken zu publiziren; Verwalter B ü ch i eröffnet, daßder landwirthschaftliche Verein 600700 Exemplare übernehmenwerde; Statthalter Egloff in Tägcrweilen spricht sich ebenfallsfür möglichste Verbreitung des Referats aus.