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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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uns zu, wir sollten nur brav in die Schule gehen,er habe Ferien und reise mit ans eidgenössischeSchützenfest nach Schwyz. Das weckte unsern Neid;und wenn wir auch ahnten, daß die Fcstberichterstat-tung, zu der er sich verpflichtet hatte, nicht eitelFreude sei, so waren verfrühte Ferien zu solchemZwecke doch etwas Unerhörtes. Und als wir gar imAugust beim Wiederbeginn der Schule vernahmen,es sei dem jungen Journalisten der sonst in allenKlassen obligate Ferienaufsatz erlassen worden, weiler dem Lehrer des Deutschen seine Festberichte imDruck zugesandt, va fingen wir an, den Bevorzugtenmit ganz besondern Augen anzusehen. Wir wußtenauch noch anderes von dem schwarzen Lockenkopf:schon zweimal hatte er einer Zeitschrift, die damals inalle Familien kam, Novellen zugesandt, »nd staunendhatten wir seine Werke gelesen; in unserer Phantasiesahen wir bereits den künftigen berühmten Roman-schriftsteller: er hieß Jakob Bächtold.

Bächtold war etwas älter als seine Klassengenossen;denn ein regelmäßiger Gang durch die aufeinander-folgenden Schulstufen war ihm nicht beschicken ge-wesen. Am 27. Janur 1848 hatte er zu Schleitheimim Kanton Schaffhauscn das Licht der Welt erblickt.Man hatte sonst von den Bewohnern jenes durchden Randen vom übrigen Kanton abgeschnittenenThales die Vorstellung, daß sie nicht leicht den Wegin die Weite finden. Mir Bächtold war es ganz an-ders. Sein Vater, ein angesehener Arzt. starb schonim Oktober des folgenden Jahres; seine Mutter, einegeborne Maurer aus Aara», eine treffliche Frau,verheiratete sich wieder, und der Wandertrieb desStiefvaters brachte dem heranwachsenden Knaben einwechselndes Herumziehen von Schule zu Schule. Imthurgauischen Affeltrangen genoß er den Unterricht derVolksschule, dann war er ein Jahr lang in Aarburg,