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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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dann in Muri, wo er die Bezirksschule durchlief, undkam von dort aus Gymnasium in Frauenfeld. Diestrenge Zucht jener Schule behielt er, trotz dem nureinjährigen Aufenthalte, bleibend, aber dankbar imGedächtnis. Schon stand er reisefertig aus dem Bahn-höfe Frauenfeld, um seiner Familie nach Schaff-hausen zu folgen, als ihm ein Mitschüler meldete, erhätte eigentlich wegen irgend eines kleinen Streichesnoch eine Strafe abzusitzen. Der ängstliche Schülerkehrt zurück, büßt sein Verbrechen, und macht sich miterleichtertem Gewissen erst mit einem späteren Zugeaus die Reise.

In Schafshausen wehte ein anderer Geist. Diekleinen Verhältnisse gewährten dem Gymnasiastenmerkwürdigerweise große Freiheit. An der Spitze derSchule stand ein Mann. der durch seine Person wiedurch sein Wissen und Wirken imponierte und der dieHandhabung einer ängstlichen Disziplin verschmähte.Der würdige Rektor Adolf Morstadt, ein gelehrterGrieche, der als Kenner des Sophokles sich einenNamen erworben, ließ manches geschehen, was an-derswo gerügt worden wäre; er schaute mehr aufsGanze als auss Einzelne und Viele wissen ihmheute dafür noch Dank. Die Lehrerschaft war buntzusammengesetzt, nicht lauter pädagogische Talente,aber unter ihnen geistreiche, tüchtige Männer, dievielleicht manchmal in ihren Voraussetzungen zu hochgingen, für den Augenblick wenig greifbare Resultateerzielten, aber viel Anregung boten. Der hessischeFlüchtling Adam Psafs, später Professor in Karlsruhe,unterrichtete nicht, er trug Geschichte vor und zwarvon der untersten Klasse an; außer ein paar Zahlenfürs Examen lernte man wenig und doch trugen seineSchüler Eindrücke davon, die fürs Leben wohl mehrwert lind als das reiche Examenwissen, das andereLehrer vermitteln. Der Germanist Frauer, vor wenigen