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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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Jahren als Professor in Stuttgart gestorben, wecktein Bächtold das Interesse sür die ältere deutsche Lit-teratur, während dessen Nachfolger Rümelin ihn aufdie Schönheiten Goethes hinwies. Antistes Mezger,ein Mann von reichem Wissen und freiem Geiste,erteilte den Religionsunterricht, der in den oberstenKlassen vielfach in Religions-, Kultur- und Kunst-geschichte, sowie in Religionsphilosovhie überging undreiche Anregung brachte. Im Gymnasialverein warBächtold ein geschätztes und geliebtes Mitglied unddie Annalen dieser Verbindung wissen allerlei Lobens-wertes von ihm zu melden. Wer in jenen Jahrendas Schaffhauser Gymnasium verließ, war zwarnicht mit einem gleichmäßig belasteten Schulsack be-schwert, das mathematische Wissen namentlich (soferneiner nicht Talent hiefür von Hause mitbrachte) kamzu kurz; aber er war doch gut ausgerüstet zum Stu-dium, hatte Freude an der Wissenschaft und Achtungvor ihr, hatte die Geselligkeit schätzen gelernt undhatte auch Gelegenheit gehabt den edeln Genuß derNatur wie der Kunst, zumal der Musik würdigen zulernen.

In Heidelberg, wohin Bächtold im Wintersemester1867/68 zog, wurde Adolf Holtzmann sein Hauptlehrer.Er trieb germanische Philologie im weitesten Umfang,ganz nach dem Vorbilde seines Meisters. Wie dankbarer ihm aber auch war,so sprach er dsöhspäter gelegent-lich mit Bedauern davon, daß Holtzmanns Auftretengegen die Schule Lachmanns ihm eiye Uebersiedelungnach Berlin unmöglich gemacht habe; denn ein Ueber-gang von Holtzmann in den Kreis Müllenhoffs wäreeinem völligen Lossagen von dem berühmten und inseiner Art vorzüglichen Heidelberger Gelehrte» gleich-gekommen. Und doch hätte Bächtold gerne auch nord-deutsches Wesen und Berliner Methode kennen ge-lernt.