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München bot ihm seit Herbst 1868 einen Ersatz,der seiner Art wahrscheinlich besser entsprach, als esdie damaligen Berliner Verhältnisse vermocht hätten.In Konrad Hofmann fand er einen vielseitigen Ge-lehrten, dem er bald näher trat; der feinsinnige Wil-helm Hertz zog ihn an. Knnstlerkrcise öffneten sich ihmund damit eine Welt, die ihn zeitlebens mit ihremZauber umfangen sollte. Aus jener Zeit datiert auchdas Zusammentreffen mit Heinrich Lcuthold, demer ein Jahrzehnt später den letzten und größten Liebes-dienst, die Herausgabe seiner Gedichte, erwies. Sicherist die Münchner Zeit 'ür Bächtold die an wichtigenund nachhaltigen Eindrücken reichste gewesen; gerneerinnerte er sich an sie und kehrte mit besondererVorliebe als Gast in die Stadt zurück, der er vielverdankte und die er auch in ihren Sehenswürdig-keiten gründlich kannte. Als wir vor einigen Jahrendurch das alte München gingen, wußte er mich aufhundert Dinge aufmerksam zu machen und selbst beieingebrochener Dunkelheit führte er mich noch durcheinen Thorweg, der ihm zu interessant schien, als daßman ihn hätte übergehen dürfen.
Den äußern Abschluß seiner Studien bezeichneteBächtold mit dem Markstein einer Dissertation, die erin Tübingen einreichte, von welcher Hochschule er denDoktortitel erhielt. „DerLanzelet des Ulrichvon Zatzikhoven", Frauenseld 1870 , war damalsschon eine bemerkenswerte Schrift; heute, beim Ueber-blicken des Lcbenswerkcs des Verstorbenen, erhebtsie sich geradezu zur Bedeutung eines Lebenspro-grammes. Was an den sorgfältigen ForschungenBächtolds über den Thurgauer Epiker des ausgehen-den zwölften Jahrhunderts (aus Zezikon im Lauch-thale) heute noch Gültigkeit hat, ist in die „Geschichteder deutschen Litteratur in der Schweiz" (Pg. 87 sf.)übergegangen, wo der Verfasser im Gegensatze zu