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seiner früheren Ansicht annimmt, Ulrich sei das Vor-bild für den großen Hartmann von Aue geworden;für uns aber ist jetzt wichtiger zu vernehmen, wie derzweiundzwanzigjährige Doktorand damals schon seineAufgabe darin sah, der Litteratur seines Vaterlandeszur richtigen Würdigung zu verhelfen:
„Es regen sich in unsern Tagen so viele Stim-men, um Klage zu führen über den Mangel an ästhe-tischer und litterarischer Begabung bei den Schweizern.Mit welchem Unrechte dies geschieht, davon kann unsein Blick in unsere heimischen sprachlichen Denkmälerüberzeugen. Leider ist die Zeit sür uns noch nicht da,da wir uns dessen bewußt sind, welch einen kostbarenSchatz wir an unserer älteren vaterländischen Litteraturbesitzen. Man will sich oft nicht mehr daran erinnern,daß in der althochdeutschen Periode St. GallensEntwickelungsgang der Entwickelungsgang der deutschenKultur- und Litteraturgeschichte überhaupt war; mandenkt nicht an die fröhliche Zeit der Lyrik und Epikdes 13. Jahrhunderts und der folgenden Jahrzehnte,nicht an den mächtigen Impuls, der im 16. Jahrbun-dert von der Schweiz aus dem deutschen Drama ge-geben wurde, nicht an unsere großen Chronisten u. s.w. Und wir dürfen uns darüber beschweren, daß dieFremde uns mißachte, wenn mir uns selbst nichtachten? Unsere Litteratur schlingt um das ganzedeutsch-schweizerische Vaterland und um all unsere zer-rissenen Länder und Ländchen innig ihr altes Band;ihr Verständnis lehrt uns die Heimat besser kennen,treuer lieben und soll endlich der Nation ein Se-gen werden! Und diesen herbeizuführen, ist die großeAufgabe der deutschen Sprachforscher in der Schweiz."
Dann zählt Bächtold all die Männer auf, die sichum die Erforschung der Litteratur in der SchweizVerdienste erworben: Theodor Bibliander, MelchiorGoldast, Christ. Heinrich Myller, I. I. Bodmer,