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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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daß alle, die seinen Schulunterricht genießen durften,ihn aufrichtig verehrten und verehren. Auch außerhalbder Lehrstunde trat er für die Anstalt ein: im Winter1882 83 bot er den Schülerinnen und einem weitere»Publikum von Damen einen Cyklus von sechs Vor-tragen über Zürichs Beziehungen zur deutschen Litte-ratur im 18 . Jahrhundert, wobei er in Einzelbildernbehandelte: Das Bodmersche Haus. Klopstock inZürich. Klein, Wieland, Fichte in Zürich, Goethe inZürich. Auch das waren Vorarbeiten zu seinemgroßen Lebenswerke. Im Winter 1885 86 sprach eran zwölf Abenden über Shakespeares Dramen, welchenGegenstand er später auch unter feine akademischenVorlesungen einreihte. Zum Schulvrogramm von1888 fügte er eine feine Studie über Schillers Deme-trius.

Das Größte jedoch, was aus Bächtolds Schul-thätigkeit hervorgegangen, ist sein Lesebuch. Er fingaus guten Gründen mi! der obersten Stuie an; dennhier war das Bedürfnis am dringendsten (DeutschesLesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz. ObereStufe. Frauenfcld 1880 .) Neu sind an dieser Samm-lung besonders zwei Punkte: während man bishermeist mit den Romantikern schloß und im besten Fallenoch einem Freiligrath und Geibel ein Plätzchen ge-währte, überschritt Bächtold kühn die alte Grenzeund gab das Wort auch den Neuern wie Mörike,Storni, Hebbel, Schnck, Herwegh, Jakob Burckhardt,Gottfried Keller, C. F. Meyer, Leuthold, Dranmor,Widmann. Lingg, Heyse, Hertz u. a., und zweitensschuf er wie schon die ausgezählten Namen zeigen ein Lesebuch für die S ch w e i z. Nicht in unge-bührlicher Weise läßt er das einheimische Element inden Vordergrund treten, aber er giebt ihm die S'elle,die ihm in einem schweizerischen Lehrbuch gebührte.Kein ruhiger und sachverständiger Beurteiler wird