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Bächtold des Chauvinismus zeihen, sein warmer Pa-iriotismus trübte das scharfe kritische Urteil nicht.Mit diesen beiden Hauvteigentümlichkeiten vereinigtdas Lesebuch eine ganze Reihe anderer Vorzüge: diefrüheren Jahrhunderte lind unendlich viel manigsal-tiger illustriert als bisher, die so lehrreiche Brieslitte-ratur ist herbeigezogen. Reiseschilderunge» und natur-wissenschaftliche Beschreibungen finden eine Stelle,Reden werden in vollem Umfange geboten, klassischeDarstellungen der litterarischen Zustände frühererJahrhunderte (von Uhland, Wackernagel, Strauß,Freytag, Wilhelm Schercr u. a.) sind passend ein-geordnet, und in der Poesie ist eine Vertretung derverschiedensten Gattungen und Formen sorgfältig be-rücksichtigt. Ein Litteraturunterricht, wie ihn Bächtoldim Vorworte skizziert, wird für die Oberklassen un-serer schweizerischen Mittelschulen auf lange hinaus einIdeal bleiben, und wer nach diesem strebt, der wirdkein besseres Lehrmittel den Schülern in die Handgeben können, als Bächtolds Lesebuch, eine Samm-lung, die dem Lehrer die wertvollsten Winke giebtund dem Schüler Freude macht, „ein Buch, das nicht,sobald man den bekannten Stuben entronnen ist, mitden verschiedenen Grammatiken und Leitfäden unge-säumt zur Vertrödelung gelangen sollte."
Während die obere Stufe des Lesebuches keine be-sonders weite Verbreitung fand, wurde die nach den-selben Grundsätzen bearbeitete untere und mittlereStufe (Frauenield 1881, seither wiederholt neu heraus-gegeben) freudig begrüßt. Die neue Richtung war denLehrern an Sekundär- und Bezirksschulen und an denUnterklassen des Gymnasiums offenbar willkommen,was Bächtold für die ungenügende Teilnahme derLehrer höherer Klassen einigermaßen entschädigte. Diezur Mode gewordene vornehme Ablehnung des Lese-buches zu Gunsten der Lektüre ganzer Litteraturdenk-