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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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Schriftstellern und Litteruten. Ueberallhin reichtenseine Fäden, immer wußte er für eine bestimmte Auf-gabe auch den richtigen Mann zu finden. So gelanges ihm, unter Feruhaltung des blöden litterarischenTagesklatsches, dem Feuilleton seines Blattes einehöhere geistige Stellung zu erobern, und dem dortausgesvrochenen Urteile Gewicht zu verschaffen.

Und nun zur Schule .und zur Nedaktionsarbcit,zur Forschung und zur Publikation erst noch die aka-demische Lehrihäligkeit! Am t9. Januar 1880 hieltBächtold seine Antrittsvorlesung überDie Ver-dienste der Zürcher um die deutsche Philo-logie und Litteraturgeschichte" (vgl. NeueZürcher-Zeitung, Feuilleton vom Januar 1880). Infeierlichem Zuge führt er hier die zürcherischen Ge-lehrten an uns vorüber: Konrad Gesner (1516 bis1565) mit seinem Mithridates, Caspar Wa!er, denKenner des Gotischen und der älteren deutschen Litte-ratur, die beiden Lexikographen Johannes Fries(-f 1565) und den schon genannten Josua Maler, densonderbaren Kauz Jakob Redinger, P sarrer in Dietikon(-s- 1688), und seinLatmish Tütshes wortbnechlin",den gelehrten Theologen Heinrich Hottinger (-f 1667),der die althochdeutscheExhortatio" zugänglich machte,Johann Baptist Ott, den Kenner des Ulfilas, Ta.ian,Otfried und Notier; dann kommen Bodmei und Brei-tinger mit ihren überreichen Schätzen, LeonhardMeister, der dieBeiträge zur Geschichte der teutschenSprache und National-Litteratur" (1777) und anderesverfaßt hat, endlich Sulzers Schützling ChristophHeinrich Myller, der etwa 140.000 mittelhochdeutscheVerse publizierte. Es ist eine durch geistreiche Bemer-kungen belebte Uebersicht, wie sie damals nur Bäch-told geben konnte.

Als Privatdozent begann er im Sommcrsemester1880 seine Vorlesungen mit einer Einleitung in das