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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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Nibelungenlied und Erklärung ausgewählter Partien,welcher er im folgenden Winter eine allgemeine Erklä-rung des Nibelungenliedes anschloß. Auch Wallhervon der Vogelweide stand bald au! dem Programm(Sommer 1881); aber die eigentliche Litteraturgeichichtein ihrem Gcsamkzusanimeuhange war dock von Anfangan sein Ziel. Die Geschichte der deutschen Litteraturim Reformationszeitalter (Sommer 1880 ) erweitertesich zu einer treulichen Litteraturgeschichte des 16 . Jahr-hunderts (Winter 1882 / 83 ), neben welcher er gleich-zeitig über die deutsche Litteratur des i8. Jahrhundertslas, dann kam die ausführliche Geschichte der alt- undmittelhochdeutschen Litteratur, bis Bächtold (im Sommer1885 und im Winter 1885 . 86 ) das ganze Gebier vonden ersten Anfängen bis zum Ende des 18 . Jahrhun-derts vorzutragen im Falle war. Goethes Götz und derJphigenia auf Tauris, die er beide in kritischen Aus-gaben veröffentlicht hatte (Freiburg 1882 und 1883 ),widmete er eine Vorlesung im Sommersemesler 1882 .

Bächtold mußte an sich recht erfahren, daß der Er-folg in der akademischen Laufbahn keineswegs vomeigenen Wissen und der persönlichen Leistungsfähig-keit allein abhängig sei, sondern daß der Zufall, d. hdie W egberufung, der Rücktritt oder Tod von Vertreterndes Faches, eine weit wichtigere Rolle spiele. Nachdemer vierzehn Semester lang mit dem denkbar besten Er-folge gelesen, wurde ihm 1887 ein besoldetes Extraordl-nariat zu teil, das es ihm möglich machte, die Hälfteseiner Schulstunden aufzugeben. Bald nachher wurdein Basel eine Professur für Germanistik frei, unddie dortige Fakultät richtete ihre Augen auf BächtoldLängere Unterhandlungen wurden geführt, welchendurch die zürcherilche Regierung, die dem Begehrtenein Ordinariat anbot, ein plötzliches Ende bereitetwurde. Damit waren Bäckttolds Wünsche nach außenerfüllt, nach Ehre und Auszeichnung strebte er nicht;