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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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aber eine gesicherte Stellung und eine abgerundeteAufgabe durft« er mit vollstem Rechte erwarten. Solieb ihm der Unterricht an der Schule war, so hocher sich dort von Kollegen und Schülerinnen geschähtwußte, seine Ziele ließen sich nicht länger mit einemAmte vereinigen, das seine Zeit allzu sehr in Anspruchnahm. Wenige Monate nachher, an seinem 4i. Ge-burtstage, verfaßte er in freudigster und getrostesterStimmung seine Vita für das Album der Universitätund schloß mit den Worten:Ich gedenke mich dieserStelle noch recht lange zu erfreuen."

Der Ordinarius nahm es mit seinen Pflichten sehrernst. Seine Kollegienhefte, die ein anderer vielleichtals auf Jahre hinaus genügend erachtet hätte, wur-den umgearbeitet, und unbegreiflich erschien manchmaldie Klage, er könne seine bisherigen Entwürfe undSammlungen nicht mehr brauchen. Bächtold wollteimmer alles selbst nachgeprüft haben und so erwuchsihm aus dem ungeheuern Gebiete, das er vertrat, täg-lich neue Arbeit. Scheinbar nebensächliche Bemer-kungen waren bei ihm oft das Resultat gewissenhaf-tester. langer Untersuchungen. Er taxierte seine Lei-stungen als Dozent viel zu gering, ließ sich durch allenBeifall, durch die sich rasch steigernde Zuhörerzahl nichtin Sicherheit wiegen, er setzte zu und verbesserte, goßum und schuf neu, um »ach vollendetem Werke wiedervon vorne zu beginnen.

Das neugcgründete deutsche Seminar an der Uni-versität hatte für ihn großen Reiz; hier regte er zueiner Menge kleinerer littcrar-historischer Untersuchungenan, hier verwertete er in den sogenannten deuisch-pädagogischen Uebungen seine reichen Erfahrungen alsLehrer.

Indem er die Seminarmitglieder oft an seineneigenen Arbeiten teilnehmen ließ. förderte er das In-teresse an solchen Studien und zog ohne Schule