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machen zu wollen — einen Kreis junger Gelehrterheran, die dem Meister zur Ehre gereichen. EineReihe von Dissertationen giebt hievon beredtesZeugnis, ganz besonders aber das dreibändige Werk:S ch w ei z e r isch e S ch a u spi e l e des sechs-zehnten Jahrhunderts. Bearbeitet durch dasdeutsche Seminar der Zürcher Hochschule unter Leitungvon Jakob Bächtold. Zürich 1890 — 93 .
Seit 1889 las Bächtold gewöhnlich in vier Se-mestern einen Kursus über die gesamte deutsche Litte-raturgeschichte; zunächst behandelte er die alt- undmittelhochdeutsche Zeit, dann die Litteratur des 15 .bis 17 . Jahrhunderts, dann des 18 . Jahrhundertsund schließlich die Romantik. Nebenher gingen aberVorlesungen von nicht geringerer Bedeutung: GoethesLeben und Werke, Schillers Leben und Werke, „ausder neueren deutschen Litteratur" und — seit Winter1894 — „die Dramatiker des 19 . Jahrhunderts."Von dem Zeitpunkte an, da Bächtold sich mit demNachlasse und der Biographie Gottfried Kellers be-schäftigte, widmete er diesem Dichter dreimal eineeinstündige Vorlesung, welche von allen Seiten derartbesucht wurde, daß das größte Auditorium die Zu-hörer kaum zu fassen vermochte; großer Frequenzerfreuten sich auch die Kollegien über Goethes Faustund über-Shakespeares Dramen, während die Vor-lesung über Johann Peter Hebel für einen intimerenKreis berechnet war. Da ich den Verstorbenen nur inöffentlichen Vortrügen habe sprechen hören und alsGast eine Anzahl seiner Shakespeare-Vorlesungen be-sucht habe, bin ich nicht im stände, diele Seite seinerThätigkeit zu schildern. Mir that die Wärme wohl,mit der Bäcktold sprach, das sorgfältige Vermeidenaller Scheingelehrsamkeit und alles Pathos, die Klar-heit seiner Beweisführung, aus der die durch ge-wissenhaftes Studium erlangte eigene Ueberzeugung