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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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hervorbrach, ohne daß sie einer besonderen Betonungbedurft hätte.

Das rein Grammatische und das Formale über-haupt waren nicht seine Borliebe. Von Zeit zu Zeitlas er über Metrik und Poetik; den tvrachlichen For-schungen auf dem Gebiete des Alt- und Mitelhachdeut-schen folgte er. fühlte sich jedoch meines Willens nieberufen, hier selber Hand anzulegen. Das überließer gerne andern: sür ihn waren die Denkmäler derLitteratur zunächst uin ihres Inhaltes willen da.

Immer lebhafter wandte sich Bächtolds lilterar-historischesInteresse der Neuzeit, der Gegenwart zu. DieHerausgabe der Gedichte Leutholds im Soätjahre1878 (Frauenfeld 1879) war die erste Arbeit dieser Art.eine Frucht, die ihm »eben dem aufrichtigen DankeVieler auch allerlei Bitternis eintrug. Bächtold hakbei Anlaß der dritten Auflage (Ollern 1884) eineSkizze des tragischen Dichterlebens vorausgeschickt, inwelcher er seine Ansichten über die Pflichten einesHerausgebers unmißverständlich äußert. Die Zukunftwird nun lehren, ob er den richtigen Standpunkteingenommen; wie aber auch der Entscheid falle, nie-mand wird die großen Verdienste, die sich Bächtoldum unsern unglückseligen Londsmann erworben,leugnen können. Und wir Schweizer schulden ihm be-sondere Anerkennung dafür, daß er das lappische Ge-schrei von demundankbaren Vaterlande" gebührendzurückgewiesen.

Es war nicht ein bloßer Zufall, der Bächtold zumHerausgeber der Leulholdschen Gedichie machte; diepersönliche Bekanntschaft zusammen mit GottfriedKellers Wunsch war lediglich die äußere Veranlassung,neben welcher die innere Sympathie gewaltig mit-wirkte. Der Dahingeschiedene stand mit seinem Herzenkaum einer Dichtungsart näher als der Lyrik. Seineganze Natur, sein ganzes Empfinden schienen hiezu