25
das zürcherische Frühlingsfest, nachdem er schalkhaft amSchlüsse der Anmerkungen den Basier Hexameter ver-steckt: Dst doua, vox schenk in, mslior trink,optimÄ gar us!
Einer ausführlichen Wertschätzung von BächtoldsGeschichte der deutschen Litteratur iu der Schweizbedars es hier nicht; wer in dem stattliche» Bandevon nahezu tausend Seiten auch nur geblättert, hat sichdessen gefreut, wer das Ganze gelesen, der hat demVerfasser im Geiste aufrichtig gedankt für seine Riesen-arbeit, wer einzelne Abschnitte nachgeprüft hat, derwird sich der Bewunderung und des Staunens überdiese Sorgfalt nicht enthalten können.
Keine Lobrednerei! Höre ich den Dahingeschiedenenwarnen. Doch daß wir uns ehrlich freuen über seinWerk, kann und will er uns sicherlich nicht verbieten.Daß die Behandlung nicht durch den ganzen Bandhindurch eine gleichmäßige ist, hat er selbst hervor-gehoben; wo so Vieles noch völlig aus dem Rohenherausgearbeitet werden mußte, war es unmöglich,harmonische Ausgestaltung zu erreichen. Das schadetdem Werke auch gar nicht; es ist auch so weit mehr,als der Verfasser uns versprochen: „Ich wollte einlesbares. manchmal sogar ein kurzweiliges Buchschreiben". Es ist ein Buch, aus das jeder Schweizermit Stolz hinweise» darf, eine Arbeit, der man,so weit die deutsche Spache verstanden wird, nur rück-haltlose Anerkennung gezollt hat.
Von einet» Torso zu sprechen ist nicht billig.Bächtold hatte sich im Einverständnis mit seinemVerleger vom erste» Satze an die Grenze gesteckt, biszu der er gelangt ist und es ist undankbar, darübermit ihm rechten zu wollen. Eine Behandlung unsererLitteratur im 19. Jahrhundert wäre in diesem Stilegar nicht wümchensweri. Die mögliche Fortsetzung,von der er in der Vorrede spricht, hätte ein ganz an-