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Jakob Baechtold, Professor der deutschen Litteraturgeschichte an der Universität Zürich : : geboren den 27. Januar 1848, gestorben den 8. August 1897 / / Theodor Vetter
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deres Gepräge erhallen und Bächtold hätte sie unserst nach einer völligen Umarbeitung des Haupt-werkes bieten wollen.

Bedauern können wir wohl, daß dieser Plan nichtmehr verwirklicht worden, und gleichzeitig werden wiranerkennen, daß er zu Gunsten eines UnternehmensHai zurücktreten müssen, dessen Ausführung für denAugenblick viel wichtiger war: Gottfried KellersLeben. Das Berhältnis Bächtolds zu unseremDichter wird vielleicht einmal ein anderer schildern;die ersten geistigen Beziehungen gehen jedenfalls bisins Jahr 1867 zurück, als der Verstorbene seinezweite Novelle schrieb, die ganz von der Art GottfriedKellers durchdrungen ist. Was der Gelehrte heraus-gab, fand seinen Weg auf den Schreibtisch desDichters, der die Gaben mit Verständnis und Dankentgegennahm. Mit besonderer Freude erfüllte ihnBächtolds Manuel-Ausgabe, worüber er sich am 17.und 18 . Februar 1879 im Feuilleton der NeuenZürcher-Zeitung in warmen Worten äußerte. Jahrehindurch war der persönliche Verkehr zwischen beidenein überaus reger, bis Keller in seiner herben undderben Art einmal den Litterarhistoriker in einerWeise angriff, die ein weiteres Zusammengehen un-möglich machte. Wer Keller gekannt, wird dies be-greifen. Am 70. Geburtstage des Dichters hielt Bäch-told eine prächtige Festrede in der Aula der Universi-tät; beim Tode Kellers ergriffen andere das Wort,und geschäftige Biographen drängten sich herbei. Unddoch war für jeden Urteilsfähigen die Lage klar: nurin Bächtolds Hände konnte der Nachlaß gelegt werden.

Zunächst erschienen auf Weihnachten 1892 Gott-fried Kellers nachgel assene Schriftenu n d D i ch t u n g e n, und schon ein Jahr daraufkonnte der erste Band nonGottfried KellersLeben. Seine Briefe und Tagebücher."