An
einen Freund.
Allerliebst! Sie senden mir meinen Hordrich mitdem freundschaftlichsten Briefe zurück: doch sie kön-nen ja keine andere denn Briefe schreiben, deren jederAusdruck, jede sanfte Zeile den liebenswürdigstenMann verräth. Aber ihr Urtheil über daS Stück:warum ist es die blosse Sprache der Höflichkeit? nichtdoch mein bester * * *; zählen sie mich nicht unter dieGecken, die sich nur in schmeichelnden Spiegeln bese-hen wollen. Wer nicht getadelt werden will, muß.sich unverbesserlich dünken: ich gewiß würde für ihrenTadel, für den Tadel der ganzen vernünftigen Welt<an Thoren kehrt man sich ohnehin nicht) recht er-kenntlich seyn.
Meine Anmerkungen habe ich nun dem Trauer,spiele eingerückt, weil sie ihnen zu Bewerthung derGeschichte, zu Aufklärung der Sitten und einiger Ge-braüche unsrer heidnischen Urväter tauglich schienen,-t— Wenn man nur nicht ihrentwcgen die wenigen§uten Stellen das Stücks unterbricht! sonst ist seynbester Werth dahin. — Beynahe wäre es mir ein-sefallen, sie alle, nur hinten dem Trauerspiel anzu-hängen.
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