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Kleine Sitten-Gemälde für Kinder / von J.M. Armbruster
Entstehung
Seite
67
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fern, forderte nun der Wirth noch mit Ungestümmdie Bezahlung für das Nachtessen. Vergebens er-klärte Karl: er habe nicht einen Heller in der Tasche;Er sey unglücklich genug, daß man. ihm Uhr undSchnallen m diesem Hause gestohlen habe- DerWirth achtete weder der Bitten noch der Thränen.» Bezahlt will ich seyn, rief er mit gräßlicher Stim-me, und schlug mit geballter Faust auf den Tisch;Bezahlt will ich seyn! Das wäre mir eine schöneWirthschaft, wenn ich alle Landstreicher umsonst fütlern sollte! Am Ende müßt' ich selbst betteln. Nichts!Wärst du mit ehrlichen Leuten gegangen, nicht mitSchelmen, so wäre dir dieses Unglück nicht begegnet.Aber gleich und gleich gesellt sich gerne. Kurz! Ent-weder Geld oder ich ziehe dir den Rock aus!"

Weinend gab Karl endlich dem Wirthe eineHalsbinde von feiner Mousscline und sein Stückchenvon Bambusrohr mit goldenem Rcifchen statt derZeche hin, und nun konnte er, nüchtern undtraurig, seine Strasse weiter riehen. Er that es,aber mit ganz anderen Empfindungen, als am vori-gen Tage. Er war nicht mehr der stolze Knabe, derzu sich selbst sagte: »Ich lebe frey, wie die Dögelunter dem Himmel, bin mein eigener Herr und thunur, was mir behagt." Die Erfahrung, die soManchen schon bekehrte, der auf Lehren und VorE 2