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Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen : Zweiter Band / Johann Jakob Rüeger ; Herausgegeben vom historisch-antiquarischen Verein des Kantons Schaffhausen
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DAS SIBENDE BUCH. Cap. II. B.

irem volgenden geschlechtregister züsehen. Si sind zitlicher richtagen und dugendhalb in semlichem ansehen gewesen, daß sich ouch die vom adel zu inen verhüw-ratet hand. Si sind grichtsherren zu Herblingen') und Büesingen gwesen, undkam Büesingen von inen durch hüwrat uf die im Turn * 2 ). Merteils und fürnemlich:

5 sind si als ein fürnem gschlecht uf der Koufliit Stuben zünftig gwesen 3 ) und habend 1320ire wonungen in der stat zum Moren 4 ), rooten Schilt 5 ), zum Engel 6 ), ouch etvvanim Rindermarkt 7 ) ghan.

1426. Heinrich Barter ist der erst, den ich funden 8 ), ward hernach des rats 9 ).

1434. Peter Barter wonet Binder Heini Westermans hus und nebend Uli Züri-10 chers hus, und stieß Peters hus hinden an der stat ringkmur 10 ).

1437. Conrat Barter und Anna Fischin sin husfrow sind in leben 11 ).

1439. Clewi und Heinrich Barter gebriieder lebend. Heinrichs frow was N.Walwiserin und Clewins frow Annalin von Diessenhofen 12 ), die gebar im Anna undHeinrich Barter. Der Anna man was Walther Wigler von Keiserstül. Heinrich fürt15 mit sinem vater ein schweren rechtshandel im 1475. iar sines müeterlichen güts halb,

: ) s. unten. 2 ) s. bei Büsingen S. 409. 8 ) s. Harder, d. Gesellschaft zun Kaufleuten, S. 62. 4 ) vielmehr im Haus daneben, im «neuen Haus», s. Hausbriefe z. Mohren von 1445, iföou. 1461.Harder, Ausz. X, 18. ») s. oben S. 377, Note 4. 6 ) S. 377, Note 5; noch früher im «großenHaus». 7 ) im Haus z. Traube, sowie in den schon genannten Häusern z. großen Haus und Engel.Hausbriefe z. Engel v. 1458, 1459 und 1517. 8 ) noch früher, in Urk. von 1367, ist von Johans desBarters hus in der Wehergassen die Rede. St. Arch. 506. 9 ) Hainrich Barter versteuert 300 GuldenLiegendes, 800 gl. Fahrendes, Steuerb. der Stadt von 1392, p. 23; Haini Barter 3jo gl. Hg., i/2gl.var.p. 26 (h.-a. V.). Im Verzeichnis von Seckeiamts Passiv-Schulden 1417 (Ct. Arch. D) heißt es: Hain-richen Parter git man 3 gl., ferner im und Vereitelt siner husfrowen S gl. lipdingelt. A. 1429 ist er Vogtzweier Kinder. Kl. Arch. XX G 2. Die übrigen von Heinrich Barter handelnden Daten meinen wohlHeinrich jun., Conrads Sohn. S. unten. 10 ) Im Steuerbuch von 1392 p. 26: Peter Barters tochtennan185 1 b. h.-a. V. Peter wird in der Folge nicht mehr erwähnt. n ) Mit Conrad beginnt eine zu-_sammenhängende genealogische Linie. Er erscheint mit Heinrich (vielleicht seinem Bruder) zusammen autdem ältesten Mitgliederverzeichnis der Kaufleutstube 1418, abgedr. bei Harder, die Gesellschaft zunKaufleuten, Schaffh. 1867. S. 62: n. 20 C. Parter, n. 31 H. Parter. Im Jahr 1)05 kauft er um 427rhein. Gulden von Götz Schultheiß (v. Randenburg) das Haus das man nempl der Rolschild (s. obenS. 377, Note 4), welches Haus der Familie verblieb bis zu ihrem Aussterben. Als wohlhabenderMann leistet er Bürgschaft für die Stadt 1405 (h.-a. V., cf. Wiechser), 1413 (h.-a. V., cf. Hün), leihtder Stadt Geld (s. des Seckeiamts Passivschulden v. 1417. Ct. Arch. D; Urb. fol. 15 ib. D 11). ImJahr 1403 kauft er von Ital Jöhler um 260 Goldgulden einen Weingarten samrnt einer Trotte inGruben (Harder, Kauf!., S. 65) und anno 1418 von dem Schneider Berchtold Schonburger und dessen

Frau Verena Tüchlin einen Garten vor Engelbrechtzjhor (h.-a. V.). Außerdem treffen wir ihn anno 1407

als Vogt einer Frau (h.-a. V.), 1427 in einem Urtheilbrief des Rotweiler Hofgerichts (Ct. Arch. AA

4, 1). Wahrscheinlich ist er der Stifter der Jahrzeit, von welcher es im Anniversar der Kirche St.

Johann (erneuert im Jahr 1479, h.-a. V.) sub 19. Sept. heißt: Conradus Barter sen., Elisabet uxor eins,

Hainricus, Conradus, Nicolaus filii eorundem, stiften etc. Conrad hatte auch 2 Töchter, Margareth und

Elisabeth, s. unten. Der älteste seiner Söhne, Heinrich Barter, ist der nachmalige Bürgermeister.

) Clewi (= Nikolaus) und Heinrich, die schon genannten Söhne Conrad Barters; dazu kommt

Conrad jnn. Zu den von Rüeger erwähnten Frauen vgl. das Annivers. S. Joh. sub 16. März: Heinrich

Barter, Elisabetha Wallwiserin uxor, Joh. filius, Elisabeth Pfannerin uxor eiusdem, stiften eine Jahrzeit;lerner die interessante Urkunde von 1453, wonach Abt Berchtold zu Allerh. gegen den ersanten wisen

Heinrich Barter wegen dessen verstorbener Ehefrau, der Wallwiserin, das Fallrecht geltend macht, sowiegegen Hansen Barter, sinett sun, von wegen der aigenschaft und der ungenossaini, als er sich 30 der

Pfannerin von Lindow elich vermahelt hat, und gegen Clewin Parter, Heinrichs Bruder, auch von des Leib-falls wegen klagt, so dem gotijius von An/in von Diessenhofen desselben Clewis elicher Wirtin säl. wegen,die all drü des gotßius aigen gewesen sind, nach irem abgang verfallen. Von der Walwiserin sei., diekeine unberaten döchter hinterlassen, fordert der Abt für das Kloster außer der übrigen des got7.husgerechtigkeit «das beste Bett», v. Ciewis Frau ir bestem geivand, rock, mantel, vechvädern, underbarchat,hemd, schuch, gürtel, paternofler, tüchli und stiirty, wie sy dann 311 hocl^itlichen tagen 311 kirchen und zustraß gegangen wer, bezüglich Hansen Barters die gewöhnliche Strafe. Der Spruch des Schiedsgerichtesad hoc legte Heinrich und seinem Sohn eine Entschädigungssumme von 41 fl. zu Händen des Abtesauf; Clewi soll alle aufgezählten Stücke, ausgenommen die vech väder, dem Abt unter die Augen legenoder mit Geld auslösen. Kl. Arch. XLIIII C 8; auch Harder, Ausz, XIII, 88ff.

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