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Chronik der Stadt und Landschaft Schaffhausen : Zweiter Band / Johann Jakob Rüeger ; Herausgegeben vom historisch-antiquarischen Verein des Kantons Schaffhausen
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643
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DAS SIBENDE BUCH. Cap. II. B.

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1459. Frow Margreth Bartenn, Heinrich und Hans Bauers Schwester, ein hinder-verlassne wittwen Conrat Cronen säligen, verkouft dem Spital alhie ein gut uf derSteig 7 ). Si hatt ein dochter frow Agnes Wyssin (us dem zu vermuten, si vor odernach dem Cronen ouch einen man ghan haben 2 ), deren ehemannen sind gewesen:

5 Ulrich von Eich 3 ), des rats alhie, und Michel Struß.

1456. Heinrich und Hans Barter gebrüeder und herr burgermeister HeinrichBarters sön. Heinrichen frow was N. Pfannerin von Lindow. Anno 1460 was erein oberpfleger der schwesteren in der friwilligen armut. Hans ward seckelmeister 4 ).

Sine wiber warend frow Eisbet | Eglin von Herderen und frow Margreth N. 5 ). Eisbet 132210 gebar im Hansen 6 ), Conraten 7 ), Batten 8 ) und Helena 9 ) die Barter. Diser Hans

1461. Kirchhofer, XVII, 12. Vgl. auch Vadian II, 182 u. 191. Barter scheint sich in jener für unsereStadt sehr schwierigen und gefährlichen Zeit als ein weiser Staatsmann bewährt zu haben. Vgl. Harder,die Gesellschaft zun Kaufleuten S. 26. Anno 1459 kauft er von Hans von Göberg die egerden,so ob sinem wingarten in Gruben lit (h.-a. V.). Im Jahr 1462 kauft er von Hans Wilhelm Im Thumeinen Garten in der Hungergassen, neben Cunrat Barters garten gelegen (h.-a. V.). Anno 1464 löster den auf seinem Weinberg in Gruben haftenden Grundzins des Klosters A. H. ab (h.-a. V.). 1464

kauft er mit seinen Brüdern (Hainrich, Conrat und Niclaus die Barter geprüder) die schüre genantEngehnans schüre mit dem garten dahinder uf dem Schutxgraben von Heinrich Schiatter (h.-a. Y.).Diesen und andern Erwerbungen setzte er die Krone auf durch Kauf des Dorfes und der Vogtei zuBüsingen von den Brüdern Eberhard und Joh. Caspar von Clingenberg im Jahr 1463. S. bei:Clingenberg. Der zweite Sohn Konrads und Bruder des Bürgermeisters Heinrich, Namens Konrad,erscheint in den Hausbriefen des «Mohren» von 1445, 1460 und 1461 als Besitzer des nördlichenNachbarhauses (des «neuen Hauses»), s. Harder, Ausz., X, 18 f. 1456 ist er Besitzer eines Grund-zinses (Ct. Arch. AVK St. Agn. C. 38). Laut Urk. von 1461 hat er einen Garten in Feuerthalen,1462 einen andern in der Hungergassen (h.-a. V.). Im Jahr 1464 übergibt Konrad, der von seinemBruder Nikolaus 100 fl. Kapital ä 5°/ 0 zu fordern hat und von diesem laut Brief von 1444 zwei Juch.Reben in Gruben als Unterpfand erhielt, die Pfandurkunde seiner ehelichen Tochter Elisabeth, DietrichHagken ehelicher Frauen. Harder, Ausz. X, 76 f. Letztere ist 1487 Wittwe, s. bei: Hagk v. Harthusen.Konradsiegelt 1470 (St. Arch. 890). 1475 ist er Besitzer des «neuen Hauses» mit seinem BruderClewi. Harder, Ausz. XII, 2. 1476 gibt er ein Goller und einen Krebs an die Ausrüstung der Söldnerzur Schlacht bei Granson. Harder, Kauf!. 27.

l ) Sie ist die Schwester des Bürgerin. Heinrich Barter. 1449 Hans Wernher von Roßnegkfriherr wird rechter Bürg gegen d. ers. frow Greth Barterin von Schaffh., Conrat Crotis el. husfrow,um 3 fl. rhein. Zins anstatt seines Vetters sei. Herrn Heinrich von Rosenegks. GenerallandesarchivCarlsruhe (Lupfen). Im Jahr 1459 verkauft Margar. Barter, Conrad Crons Wittwe, ihren Wein-und Baumgarten mit dem hüsli u. s. w. auf der Steig bi dem Spitalhof an der Straß um 70 fl. rhein.;den Kaufbrief siegelt Heinrich Barter des Raths, der Verkäuferin Bruder. Harder, Ausz. XII, 76. Vgl.bei: Cron. 2 ) An Margrethen Barterin, Clausen Wißen elicher frewen, verzinst die Stadt fl. 100.(Urbar 15. Ct. Arch. D 13). Im Urbar v. c. 1430 wird sie Margareth Kling elfHessin Conrads Tochtergenant (fol. 15, Ct. Arch. D, n). 3 ) siehe bei: Eich. 4 ) Von einem gleichnamigen Sohndes Bürgermeisters Heinrich Barter ist in den Urkunden nichts zu entdecken. Sein einziger wirklicherSohn Hans war mit der Pfannerin von Lindow vermählt (vgl. oben S. 641, Anm. 12). Derselbe wurdeGerichtsherr von Büsingen. Die dortige Vogtei war ein österreichisches Lehen. Die Aufsendungdurch die von Clingenberg und die Uebertragung des Lehens auf Hans Barter durch Herzog Sigmunderfolgte im Jahr 1463, s. den Lehenbrief im Ct. Arch. AA 55, 1. Dieser Hans ist wohl gemeint inder Rechnung der Kaufleutstube von 1461, s. Harder S. 34. Hans Barter der elter siegelt eine Urk. von1468. Ct. Arch. AVK. Parad. 1470 her Cunrat Brunner Cappion der pharrkilchen S. Joh., Hans Barterunser raui^fründ und Peter Tschup sind Kirchenpfleger zu St. Johann. (AVK St. Agn. D 16). 1471

Hans Barter unser ratsfründ (h.-a. V.), bezieht einen Zins (ib.). Er war mit Unterbrechungen Seckel-meister von 1455 b' s 1470. Regimentsbuch bei h.-a. V. Schon 1472 ist Hans nicht mehr am Leben:1472 Hans Barter wilent, siehe bei: Fulach. s ) nicht seine Frauen, sondern Elsbeth Eglin istdie Frau seines Sohnes Konrad, und Margreth die Gattin seines Sohnes Hans, s. unten. Seinewirkliche Frau hieß Elisabeth Pfänner, siehe Anm. 4. 6 ) siehe S. 644, Anm. 2. 7 ) der Bürger-meister, s. unten. 8 ) Anno 1479 verkauft Batt Barter an Hansen Barter sinen l. brüder seinenkolgarten vor Engelbrechtxthor am Hungp-gesslin ainhalb an Hartman Kellers garten gelegen, des getaillitConrat und Clewi Barter inine vettern haben (h.-a. V.). Laut Urbar von St. Agnes 1483 geben Hansund Batt Barter (laut Zinsrodel von 1492 nur noch Hans allein) einen Grundzins (Ct. Arch. AVK'.Batt Barter (ob identisch mit dem vorigen?) scheint auch Söldnerdienste in Frankreich gethan zuhaben. Im Jahr 1508 fordert er von Ludwig und Ulrich von Fulach einen Betrag von fl. 14 zurück,welche er vor vil jaren ihrem Bruder Adam von Fulach in Frankreich geliehen und für ihn bezahlthabe ; der Rath erkennt, Batt möge dis sin recht gen Adam von Fulach geltend machen, ob der nochin leben wer. Ct. Arch. AVK St. Agn. J 37. Harder, Ausz. III, 207. 9 ) Helena Barter ist im Anni-versar von St. Agnes beim 4. März als hu ca aufgeführt.