Vorwort.
VII
ist, die Frankreich aufzubieten vermag. Was dieses Land, ge-trieben von dem schrecklichen Convente und seinen blutigen Pro-consuln, zu leisten im Stande gewesen, was es, gezwungen vonNapoleons allmächtigem Eisenarm, in das Feld gestellt hat:das wird, die Vermehrung der Volkszahl in Anschlag gebracht,wohl der Markstein sein, über welchen hinaus es in Bezug aufStreiterzahl schreiten nicht kann. Das Heer Frankreichs hatte,auf den beiden Gipfelpuncten der Revolution und des Kaiser-reiches, zur Schreckenszeit nämlich und beim Ausbruche desKrieges gegen Rußland, fast die gleiche Zahl, und das bildetein eben so interessantes als wichtiges Moment in der Schätzungdes Streitvermögens Frankreichs. Oesterreich, Preußen und dasübrige Deutschland aber, innig vereint wie jetzt, sind in ord-nungsmäßigem Gange der Dinge mit Leichtigkeit im Stande,eben so viel Fußvolk und bei weitem mehr Reiterei aufzustellen,wie Frankreich aufstellen konnte, als es in einen allgemeinenWaffenplatz verwandelt war.
Aber es ist nicht die Zahl der Truppen, sondern ihre Güte,ihr feuriger Muth, ihre Vaterlandsliebe, ihre Standhaftigkeit,ihre Kriegsgeübtheit, welche den Sieg sichern. Eine unwiderleg-liche Wahrheit, aus der sich jedoch der Schluß unserer Nach-barn, daß sie, wenn sie jetzt oder künftig losbrächen, ebensoniederschmetternd siegen würden, wie zur Revolutions- oder Kai-serzeit, in der Wirklichkeit nicht bewähren möchte. Zwar mußman zugeben, daß die Franzosen durch ihren fortwährendenKrieg gegen die Araber Afrikas eine Uebung im wirklichen Kampfeunterhalten, die den deutschen Truppen abgeht. Doch ist dieserKrieg mehr ein kleiner, und nach dem ersten Gegeneinanderprallen,das vielleicht für die deutschen Vortruppen ungünstig ausfallen