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VIII Vorwort.
möchte, würde die Feuerbeständigkeit derselben schnell erworbensein. In eigentlichen Treffen und Schlachten hat das jetzigefranzösische Heer so wenig Uebung wie das deutsche. Bis einHeer sich so ausbildet, wie es das französische zur Zeit desKrieges von 1812 gewesen, muß es eine Vergangenheit gehabthaben, wie dieses. Ehre und Vaterlandsliebe aber sind so gutdie Triebfeder des deutschen wie des französischen Kriegers, undTapferkeit ist das Eigenthum aller europäischen Völker in fast,gleichem Grade.
Frägt sich, ob in Bezug auf Kriegskunst das Uebergewichtbei den Franzosen ist. Sie hatten dieses Uebergewicht, als sieein neues System der Kriegführung erfanden, gegen welches dasalte, von ihren Feinden lange Zeit mit zu großer Hartnäckigkeitbefolgte, nicht bestehen konnte. Nachdem aber die wider Frank-reich im Kriege begriffenen Heere dasselbe System angenommenhatten, glich sich der Unterschied aus, und der Sieg neigte sichdem verbündeten Europa zu. Wenn daher die Franzosen nichtso glücklich sind, daß unter ihnen Feldherren aufstehen, welchedie Kriegskunst in dem Grade ändern und heben, wie jene derRevolution, und insbesondere Bonaparte, dieselbe geändertund gehoben haben, so ist von einer Ueberlegenheit unserer Nach-barn wenig zu besorgen.
Feldherren, wie die waren, welche die französische Revo-lution erzeugte, können zwar wieder erstehen, aber nur der Wahn-sinn vermöchte auf eine Wiederholung Dessen, was geschehen,als auf etwas Gewisses, oder auch nur Wahrscheinliches zu rech-nen. Bei der gegenwärtigen Einrichtung der französischen Armee,welche völlig fertig dasteht, würden nicht unbekannte Genies,sondern einige der wenigen Feldherren aus den Zeiten der Re-