und des Kaiserreichs. 11
schnell an Kampf sich gewöhnte, rasch sich ausbildete, bald von Ver-theidigung zur Eroberung überging, Führer von überwiegenden Talentenaus sich selbst gebar, und für lange Zeit den Sieg an seine Fahnen fesselte. ,
Die französische Regierung hatte drei Armeen in das Feld gestellt.Rochambeau stand mit 40,000 Mann in Flandern, Lasayette mit50,000 Mann zwischen den Vogesen und der Sambre, Luckner mit40,000 Mann am Rhcine. Im Süden beobachtete Montesqüioudie Pyrenäen und die Alpen, doch waren die 50,000 Mann, die erhaben sollte, größtentheils nur auf dem Papiere vorhanden, denn zurZeit drohte weder von Spanien noch von Sardinien eine ernste Gefahr.
' Dumouricz, obschon Minister der auswärtigen Angelegenheiten, hattedie Annahme des von ihm entworfenen Kriegsplanes durchgesetzt, wel-chem zufolge Rochambeau, unterstützt durch Lafayette, die österrei-chischen Niederlande erobern sollte. Man hoffte dabei auf einen gün-stigen Empfang von Seiten des Volkes, welches erst vor Kurzem denmißglückten Versuch gemacht hatte, sich der österreichischen Herrschaftzu entziehen.
Sollte dieser Plan gelingen, so war Raschheit und Zusammen-stimmung der Bewegungen erforderlich. Aber der Enthusiasmus, vonwelchem die jungen Soldaten ergriffen sein mochten, konnte die Kriegs-geübtheit, welche mangelte, nicht ersetzen, und konnte nicht bewirken,daß ein unvollkommen organisirtes Heer zu einem vollkommen organi-sirten wurde. Noch gab es keine solche Eintheilung bei demselben, daßSchnelligkeit zu erwarten war. Denn die größte Einheit war lediglichdie Brigade, welche aus drei bis fünf Bataillonen und aus sechs bisacht Schwadronen bestand. Die Division kannte man eben so wenig,als man von der eigentlichen Colonne etwas wußte. Ueberdies hingman bei den strategischen Märschen von den Mundvorräthen ab. DieArtillerie marschirte für sich und wurde erst am Tage des Gefechtes den .Truppen zugetheilt. Die Armeen waren daher zu raschen Bewegungenum so weniger geeignet, als man den rechten Gebrauch der Reiterei,die man stets zu gleichen Theilen auf die Flügel stellte, nicht verstand.
So wüthig der französische Soldat von Natur aus ist, so fällt erdoch, bevor er feuerfest geworden, leicht einem panischen Schrecken an-