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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der Republik

heim. Das widerfuhr den Truppen her Generale Biron und Ar-thur Dillon, welche von Rochambeau den Befehl erhalten hatten,

, jener mit 10,000 Mann auf Mons, dieser mit 4000 Mann auf Tournayzu marschiren. Biron rückte bis in die Nähe von Mons vor, aber'die Einwohner, auf die man gerechnet hatte, regten sich nicht, und soging er bis Bossu zurück und schlug Lager. Die getäuschte Hoffnung,von den Belgiern mit offenen Armen empfangen zu werden, und dierückgängige Bewegung mochten niederschlagend auf den Muth derTruppen wirken. Da erscholl Abends um zehn Uhr plötzlich der Ruf:Wir sind verrathen!" Die Dragoner setzten sich zu Pferde, eiltenauf und davon, und alle übrigen Truppen folgten dem Beispiele undliefen in einem Athem bis Valenciennes. Noch schlimmer erging esdem Marechal-de-Camp Arthur Dillon. Er war mit sechs Ba-taillonen, zehn Schwadronen und sechs Geschützen bis Marquain vor-gerückt, auf dessen Höhen sich eine Anzahl Oesterreichs verschanzt hatte.Er wagte den Angriff nicht, weil er unter seinen Truppen bereits Zei-chen von Insubordination und Muthlosigkeit bemerkt hatte, sonderngab Befehl zum Rückzüge. Da erscholl, wie bei Mons, der Ruf:Wir sind verrathen! Rette sich, wer kann!" In demselben Augen-blicke demaskirten die Oesterreichs eine Batterie, einige Kugeln sielenunter die Reihen der Franzosen, und sofort erreichte die Unordnung denhöchsten Gipfel. Die Kavallerie stürzte sich auf die Infanterie, undAlles jagte in wilder Flucht Lille zu, dem Feinde das ganze Gepäckeund alle Geschütze zurücklassend. Dillon, der die Ordnung herstellenwollte, wurde von einem Fliehenden durch einen Pistolenschuß schwerverwundet. In Lille schloffen sich die Flüchtlinge ein, schrieen, um ihreFeigheit zu bemänteln, über Verrath ihrer Vorgesetzten, stürzten überden Obersten Werthois her, hingen ihn auf, zerfleischten dann nochden Leichnam. Eben wurde der verwundete Dillon auf einem Wagendurch das Thor gebracht: die wüthende Menge erkannte ihren unglück-lichen General nicht sobald, als sie ihn mit Kolbenschlägen und Bajo-nettstichen vollends tödtete, hierauf den Leichnam durch die Straßenschleifte und auf dem Marktplatze verbrannte. Mit dem Einbrüche inBelgien war es vor der Hand zu Ende, die französischen Generale