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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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23
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und des Kaiserreichs. 23

gesichert. Ihre Linie ging in Nordosten über Jülich, Thionville bisMainz. Die Maas hörte auf, ihnen zu nützen, sobald Holland derEoalition beitrat, denn dadurch stand ihr die wichtige Festung Mastrichtzur Verfügung. Dumouriez, dessen Freund Beurnonville zumKriegsminister ernannt worden war, erkannte die Gefahr, und beschloß,zum Theil auch von der öffentlichen Meinung in Frankreich getrieben,schnell Holland zu. erobern. Zu dem Ende schickte er den größeren Theilseines Heeres, etwa 70,000 Mann, unter Dampierre, Valence,und dem Peruaner Miranda, gegen Mastricht und Venloo, währender selbst mit etwa 25,000 Mann in das holländische Brabant einfiel.Eine Proklamation, die er erließ, kündigte nur dem Erbstatthalter unddem englischen Einflüsse, nicht auch den Holländern den Krieg an.Diese Politik, die Völker von den Fürsten zu trennen, blieb ein Erb-stück der Revolution, und der Kaiser Napoleon machte es hierin ebenso wie der Revolutionair Dumouriez. Anfangs ging Alles gut,Breda, Gertruidenburg und das Fort Klundert capitulirten zur ewigenSchmach ihrer Befehlshaber: aber inzwischen hatten die Kaiserlichenunter dem Prinzen von Coburg, etwa 70,000 Mann stark, die Offen-sive ergriffen, Aachen besetzt, die Maas forcirt, und binnen sechs Tagenmehrere Tausend Gefangene gemacht, große Magazine erbeutet, in ver-schiedenen Gefechten gesiegt, und eine bedeutende Strecke Terrain ge-wonnen. Schrecken riß unter den Franzosen ein, und sie selbst gestehen,daß die Armee zehntausend Mann an Ausreißern verlor. Dumouriezkehrte auf Befehl des Conventes für seine Person nach Löwen zurück,> bis wohin die große Armee von der Maas gewichen war, schickte dieihm lästige» Commissarien jener Versammlung unter Bedeckung nachParis, lieferte am 18. März die Schlacht von Neerwinden, und verlorsie. Eine solche Entmuthigung riß nun in der französischen Armee ein,daß ihre Geschichtschreiber selbst gestehen, sie habe abermals zehntau-send Mann an Ausreißern verloren.

Dumouriez hatte stets in hohem Tone gegen den Convent ge-sprochen. Nach dem Verluste der Schlacht von Neerwinden mußte erdaher nicht bloß sein Commando, sondern sein Leben verloren geben.Er ließ sich mit den Oesterreichern in Unterhandlungen ein, verhieß