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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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Die Soldaten der ktepublilr

Sie stand im Elsaß, und zahlte 77,500 Mann, darunter 6500 Reiter.Es betrugen sonach die französischen Streitkräfte am Rheine 153,500Mann, worunter sich 17,500 Reiter befanden. Die Organisation derbeiden Armeen war kräftig; sie waren in Corps der Mitte, der beidenFlügel, und der Reserve getheilt, welche letztere aus Infanterie undCavallerie in richtigem Verhältnisse bestand, und starker gemachtwurde als je zuvor. Die Corps waren in Divisionen, diese in Bri-gaden untergetheilt; die Cavallerie war letzterer beigegeben, bildete aberselbst noch keine eigenen Brigaden, geschweige Divisionen.

Die kaiserlichen Truppen am Rheine unter dem Erzherzoge Karlund unter Wurmser, standen von der Schweiz bis vor Düsseldorf,die Hauptmasse zu Anfang des Jahres noch zwischen der Nahe unddem Speierbache. Sie zählten 174,000 Mann, darunter 43,000 Reiter.Aber zur Zeit der Aufkündigung des Waffenstillstandes mußte Wurm-ser mit 25,000 Mann, darunter 3300 Reiter, nach Italien marschiren,so daß die Kriegsmacht der Kaiserlichen am Rheine auf 149,000 Mannhcrabsank, mithin die Franzosen um 4000 Mann stärker waren. AnReiterei blieben aber die Oestcrreicher dem Feinde um mehr als dasDoppelte überlegen. In Bezug auf dieses Verhältniß sagt der Erzher-zog Karl in seinem berühmten Werke'): ,^Die deutschen Heere hättenkeine Überlegenheit dargeboten, da nur die Cavallerie, nicht aber dieentscheidende Waffe der Infanterie zahlreicher als bei den Gegnern ge-wesen wäre" °). Es scheint, daß diese Ansicht des kaiserlichen Feldherrn

tcrwcrfung der Vendce beschäftigt, und hatte IWMO Mann unter seinen Befehlen.Es bedarf keiner Erwähnung, wie nachtheilig es für Frankreich, und wie Vortheilhaftes für die Verbündeten war, daß eine so starke Armee, wie die letztgenannte, undunter einem Anführer wie Hoche im französischen Westen festgehalten wurde.

1) Grundsätze der Strategie, erläutert durch die Geschichte des Feldzuges vonI7S6 in Deutschland.

2) Au diesem Ausspruche, der jedenfalls Manches erklärt, bemerkt der Verfasserdes mit Recht von Männern vom Fache hochgeschätzten WerkesNachrichten undBetrachtungen über die Thaten und Schicksale der Reiterei,^ I. >86:Spricht nichtdiese Aeußerung deutlich aus, daß auf die Entscheidung, die ät>M6 tüchtige Reiterbewirken konnten, wenig Werth gelegt wurde? Wenn die neuere Kriegskunst dieSchwerter wirklich so unnütz, und zu einer nichtsentscheidendcn Nebensache gemacht