und des Kaiserreichs.
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keine Fußbekleidung; fast jede Spur einer Uniform oder Monlur warverschwunden, Lumpen, die sie den Bauern genommen, schützten sienothdürftig gegen Kälte und Nasse. Aber der Geist der französischenKrieger war ungebrochen, und in ihrer sonderbaren, den Körper nichtimmer ganz deckenden Kleidung marschirten sie in kriegerischer Haltungund mit einem Stolze, der etwas von wildem Trotze an sich hatte,zurück über die Rheinbrücke von Hüm'ngen.
Wenn der Feldzug der Franzosen in Italien jenem inDeutschland geglichen hatte, oder wenn in jenem Lande der Krieg auchnur so stationär geblieben wäre, wie seit dem Ausbruche des großenKampfes, so würde Oesterreich fast vollständig triumphirt haben. Aberzum Obergeneral der Armee von Italien war von dem Direktorium derHeld von Toulon und Sieger am 13. Vendemiaire, der junge Bona-parte, ernannt worden'): wie mit einem Zauberstabe wandelte seinGenie die Lage der Dinge um, und so wunderbar erschienen, so reißendschnell, so überwältigend, so daniedcrwerfend waren seine Erfolge, daßaußerhalb Frankreich Alles in Bestürzung gerieth, ja daß selbst in diesemLande der Regierung, dem Direktorium nämlich, vor der Größe einessolchen Mannes und Feldherrn bangte.
Es gab 1796 wie in den früheren Jahren, zwei französische gegenItalien bestimmte Armeen, nämlich die eigentliche Armee von Italien,jetzt von Bon aparte befehligt, und die Alpenarmee unter Ke Her-mann, welche an 20,000 Mann stark war, und die Eingänge zurDauphins und zu Savoyen besetzt hielt"). Außerdem standen zweiReservedivisionen, zusammen angeblich 20,000 Mann, in der GrafschaftNizza und in der Provence, und hatten die Bestimmung theils zuDepots, theils zu Besatzungen der von den Engländern bedrohtenKüstenstädte.
Die eigentliche Armee von Italien unter Bonaparte war 43,000Mann stark, darunter 39,000 Mann Infanterie, eingetheilt in dieDivisionen der Generale Laharpe, Massen», Augereau, Ser-
1) Am 2. März I7V6.
2) Die Alpenarmee stand vom kleinen St. Bernhard bis zum Col d'Argenticre.