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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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und des Kaiserreichs.

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rechts über Montbasilico umgehen, und schickte links Masse na zumUebergange des Tanaro bei Castellino, wodurch der Rückzugsstraßedes sardinischen Generals nach Turin bedroht wurde. Diese Anord-nungen hatten auf einen im alten Systeme verstrickten General einenfast unfehlbarem Erfolg. Zwar schlugen sich die Sardinier in ihrenRedouten bei Ceva sehr gut, aber die Umgehungen schüchterten Colli,sobald er sie bemerkte, ein und er ging in eine Stellung hinter dieCursaglia zurück.

Die Stellung war wohlgewahlt und der Angriff, den Bonapartedurch Serrurier am 20. April machen ließ, mißlang, was die fran-zösischen Truppen, welche überhaupt durch die Anstrengungen erschöpftwaren, entmuthigte. Ueberdies konnte Beaulieu, falls er von derLage der Dinge unterrichtet war, jeden Augenblick in Bonaparte'srechte Flanke oder Rücken eintreffen, so daß seine Lage keineswegs einebeneidenswerthe war.

Für den 22. April hatte Bonaparte einen abermaligen Angriffbeschlossen, und zwar sollte Serrurier über Torre gegen Colli'srechten Flügel vordringen, die provisorische Division Meynier') überSt. Michele vorgehen, Masse na von Lesegno aus, verstärkt durchdie Brigade Joubert den sardinischen linken Flügel angreifen, Augereauüber Castellino die Verbindung des Feindes zerschneiden.^

General Colli wartete aber den Angriff, der ihm für den 22. Aprilzugedacht war, nicht ab, sondern verließ seine Stellung in der Nacht,um bei Mondovi eine neue zu beziehen, und daselbst Beaulieu'sAnkunft zu erwarten. Die Franzosen freuten sich, daß der Feind dieStellung, an deren Starke sie am vorvorigen Tage gescheitert, frei-willig geräumt habe, und Bonaparte betrieb mit Tagesanbruch diekräftigste Verfolgung °). Nun hatten sich aber die Truppen Colli'sbei ihrem Abzüge etwas verspätet, Serrurier erreichte den Nachtrabbei Vico, warf ihn über den Haufen, und so gewann der sardinische

>) Neugebildet aus den Brigaden Miollis und Pelletier.2) Hinunter in das Thal des Ellero.