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Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs / Hippolyte Bellangé
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97
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unv des Kaiserreichs.

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Am 17. Juni ging die französische Flotte von Malta wieder unterSegel, langte am I. Juli auf der Rhede von Alexandrien an, und eswurden sogleich alle Anstalten zur Ausschiffung getroffen, obgleich dieSee sehr hohl ging. Am 2. Juli war Alexandrien von den Franzosenerstürmt, von wo die Armee am 6. und 7. wieder aufbrach, um nachCairo zu marschiren. Der Zug durch die Wüste setzte die Standhaf-tigkeit der französischen Soldaten auf eine harte Probe; viele kamen vorDurst um, viele durch unmäßigen Genuß des Wassers, als man endlichdie Ufer des Nil erreichte.

Am 13. Juli fand das Treffen bei Chebreis statt, und manmuß das Talent bewundern, mit welchem Bonaparte sogleich eineneue, der Fechtart seiner Feinde, der Mamelucken, angemessene Taktikersann. Er ließ seine Divisionen längliche Vierecke in einer Tiefe vonvier Gliedern bilden, das Geschütz in den Ecken und Zwischenräumen.Auch slankirten sich diese Vierecke gegenseitig Wie nun die 4000 Mannstarke Reiterei der Mamelucken in aufgelöster Ordnung heranstürmte,scheiterte ihre Tapferkeit an den Bayonnctten der Infanterie; zugleichgeriethen die Mamelucken in das Kreuzfeuer der Artillerie und mußten dasSchlachtfeld mit einem Verluste von 600 Mann räumen, worauf die Fran-zosen, die kaum 100 Mann verloren, das Lager von Chebreis erstürmten.

Acht Tage später, am 21. Juli, gewahrten die Franzosen die feind-liche, über 40,000 Mann starke Armee, und erblickten links die Minaretsvon Cairo, und in weiter Ferne die Pyramiden. Bonaparte durch-ritt die Reihen der Armee, und sprach zu ihr das berühmte Wort:Soldaten, gedenket, daß von diesen Pyramiden 40 Jahrhunderte aufeuch herniederschauen!" In der sogenannten Schlacht bei den Py-ramiden siegte das Uebergewicht der europäischen Kriegskunst, dieägyptische Armee verschwand, und am 25. Juli zog Bonaparte inCairo ein. Dafür gewann Nelson am 2. August die Seeschlacht vonAbukir, die so ehrenvoll und doch so unglücklich für die französischeFlotte war.

I) Bonaparte hatte wol 2700 Reiter, aber nur 300 hatten Pferde; die übri-gen sollten erst in Aegypten beritten gemacht werden.