und des Kaiserreichs.
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ger bedeckt, die Räder wurden mit Stroh umwickelt, und so zog dieganze Artillerie in der finstern Nacht des 27. Mai in der größten Stilledurch die Stadt. Zwar gab die Besatzung von Zeit zu Zeit Feuer,welches mehre Leute verwundete, aber der Durchzug selbst muß ihr ver-borgen geblieben sein, sonst würde sie eine ununterbrochene Kanonadeunterhalten haben.
Die Avantgarde unter Lannes erschien schon am 24. Mai vorJvrca, und eroberte diese Stadt, welche 4000 Oesterreicher besetzt hat-ten, mit Sturm. Darauf schlug die französische Armee den Weg nachTurin ein; die Avantgarde traf den General Haddick, welcher vonKaim') mit einigen tausend Mann Jvrea zu spät zu Hülfe gesendetworden, bei Romano hinter der Chiusella, und erfocht am 26. Maieinen hartbestrittenen Sieg. Am Tage darauf rückte die Avantgarde bisChivasso am Po vor, und bemächtigte sich einer großen Menge Fahr-zeuge, der Armee sehr willkommen, weil sie keinen Pontontrain hatte.Bonaparte selbst kam nach Chivafso und befahl, eine Brücke überden Po zu schlagen.
Da Chivasso nicht fern von Turin ist, und da gleichzeitig GeneralThureau über den Col von Susa ging, so glaubte Melas, diesedoppelte Bewegung habe zum Zwecke, jene Hauptstadt auf beiden Sei-ten des Po einzuschließen, und verlegte sein Hauptquartier dahin. AberBonaparte hatte nichts weniger als eine Berennung von Turin imSinne; diese Stadt und ganz Oberitalien waren, indem er der öster-reichischen Armee ihre Rückzugslinie abschnitt, sein, sofern es ihm auchgelang, sie in einer Hauptschlacht zu überwinden.
Da Melas zu Turin, die Hälfte seiner Armee aber vor Genuawar, ließ Bonaparte ihn dort, und marschirte auf Mailand, wo-durch er Herr aller Magazine, Depots und Spitäler der Oesterreicherwurde, und zugleich mit dem linken Flügel unter Moncey in Ber-bindung trat. Wirklich hielt der erste Consul am 2. Juni seinen Ein-zug in Mailand, wo sich die Einwohner nicht wenig verwunderten, ihn
I) Er stand mit einigen zwanzigtausend Mann in Picmont zur Beobachtungder Alpenpäffe-